Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 422)
- Language
- German
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330 üblich, durch Klopfen Geräusch verursachen, weil von einer derartigen Ruhestörung Nachteil zu befürchten ist. Am 28. desselben wurde folgendes bekannt gemacht: (üebersetzung). ״Da die schon früher aus triftigen Gründen zum allgemeinen Besten erlassene Verordnung, bezüglich der Einschränkung und Bescheidenheit bei der Veranstaltung von Hochzeiten und Berittot, nicht mit der gehörigen Genauigkeit beobachtet wird, so wird diese Verordnung, welche erst jüngsthin am 17. Ab1) durch den vorhergehenden Vorstand bestätigt und an dieser Stelle verkündet worden״ nunmehr von neuem bekräftigt und darauf hingewiesen, dass von nun an niemand, unter gleichviel welchem Vorwände, Unkenntnis geltend machen darf♦ Zur grösseren Deutlichkeit wird jene Verordnung in folgender Weise erläutert: Zu allen. Hochzeiten und Berittot, auch wenn zwei gleichzeitig stattfinden, sowohl zur Trauung (Berachä) wie auch am Abend, den Fadas2) und den bei solchen Gelegenheiten stattfindenden Gastmählern, dürfen nicht mehr als 20 Männer und 12 Frauen eingeladen werden. Dies bezieht sich auf das ganze Haus, ohne dass sich in einem abgesonderten Raume noch eine grössere Zahl als die genannte öffentlich oder heimlich aufhalten darf. In dieser Zahl nicht einbegriffen sind die nächsten Verwandten, nämlich Eltern und Geschwister der Brautleute oder der Bahalö aberitt — sowohl durch Blutsverwandtschaft wie durch Anheiratung —; ebensowenig die Padrinhos, der Mohöl und die Personen, welche in demselben Hause wohnen, in welchem das Fest stattfindet. Es soll dies genau, ohne jede Rücksicht, untersucht und den Kontravenienten eine Busse von 50 zum Besten der Gemeindekasse auferlegt werden, welche unverzüglich beizu- 1J Vergleiche Jahrbuch VIII, S. 283. *) Fadas (Schicksalsbestimmung, vom lateinischen fatum) lautet die portugfesische Bezeichnung für das hebräische זבד הבן, nämlich die Feier am Vorabend einer J־A* *& ברית, bei der es üblich ist, gewisse Abschnitte aus Bibel und Mischnä vorzutragen. Wenn einer Tochter, nach dem 30sten Tage seit der Geburt, ein Name gegeben wird, findet ebenfalls eine Feier statt, welche זבד הבת genannt wird. Der Ausdruck זבד ist offenbar aus Genesis Cap. 30 Vers 20 entnommen.