Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 420)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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328 vermehrt hat — mit sich bringen, sowie des geringen Beifalls, den dieselben finden, und des aus ihnen erwachsenden nur bescheidenen Vorteils; da ferner viele dadurch veranlasst werden, den Gottesdienst zu verlassen, ohne, wie es sich gehört, dessen Ende abzuwarten, ist unter Hinzuziehung des vorhergehenden Vorstandes sowie der Adjunkten beschlossen worden und wird hiermit angeordnet, allen diesen Uebelständen fortan in folgender Weise abzuhelfen: Allen, welche zum Sefer Thorä hinaufschreiten, soll es, wie bisher, freistehen, nach Belieben zu spenden; jedoch darf niemand anders (outrem de fora) daranschliessend für dasselbe Wohl oder denselben Zweck (tengäo) spenden. Dies soll lediglich, und zwar gegenseitig, dem Vater, dem Sohne, sowie dem Bruder und auch dem Präsidenten, solange derselbe auf der Tebä anwesend ist, gestattet sein♦ Will jemand ausserhalb (des Sefers) Miseberach machen oder Escaua (השכבה) sagen lassen, so kann dies geschehen, doch dürfen sich diesem keine anderen Personen anschliessen als Verwandte im obenerwähnten Grade, desgleichen die Padrinhosג) der Neuvermählten oder bei Berittot, am Tage der öffentlichen Feier (Asura), falls der Betreffende nicht zum Sefer gerufen worden. Ferner soll der Hazan nicht ein zweites Mal Escaua für den nämlichen Verstorbenen sagen, dessen bei derselben Gelegenheit bereits gedacht worden ist. Dies gilt gleichfalls bei allen öffentlichen Feiern in Veranlassung von Verheiratungen und Berittot, Simchat Thorä, Bar״ misvä, bei ßogativas (Gebet um Genesung) für einen Kranken, Spenden zum Andenken an Hingeschiedene (cumprimentos de für den Mohel am Tage der ברית sowie für die Hatanim an Simchat Thorä: Que sempre se empregue em Thorä e misvoth (= Möge er sich stets mit Thorä und Mizvoth beschäftigen); für einen Abel: Que Deos lhe conceda vida larga (= Gott gewähre ihm ein langes Leben) u. s. w. — Wenn nun auch zugegeben werden muss, dass der Armenkasse aus diesen Spenden Vorteil erwuchs, war man dennoch wiederholt genötigt, der zu grossen Ausdehnung dieser saüdes Einhalt zu tun, weil durch sie der Gottesdienst oft unnötig verlängert wurde. So gilt noch heute die Vorschrift, dass bei gewissen Gelegenheiten (wie נדרי k und נעילה) nur mit dem Zusatze ״por sua teneao“ (für die Absicht des Betreffenden) gespendet werden darf. *) Mit dem Ausdruck Padrinhos bezeichnet man sowohl den סנדק und die סגדקת bei einer Beritfeier wie auch die שושבנים bei einer Trauung. Das entsprechende Femininum lautet ״madrinha“.