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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 419

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 419)
Language
German
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$27 solle niemand danach trachten, die betreffenden Häuser za mieten oder zu kaufen; dies soll nnter keinen Umständen gestattet sein; man wird vielmehr mit aller Strenge gegen den Betreffenden Vorgehen“. Am ersten Sebatt«, Man hatte in Erfahrung gebracht, dass Daniel Josef de Vargas grosses Aergernis dadurch gegeben, dass er am Sabät Weizen empfing. Der Vorstand liess ihm daher durch den Samäs folgendes Schreiben zustellen. ״Da D^l Josef de Vargas zum grossen Aergerniss unserer ganzen Gemeinde am vergangenen Sabät Weizen empfangen und bereits bei anderen Gelegenheiten ein Aehnliches getan hat, indem er an dem gleichen Tage Kleie ablieferte, befiehlt ihm der Vorstand, eine solche Sünde fortan nicht wieder zu begehen, bei Strafe eines allgemeinen Verbots, irgend etwas von ihm zu kaufen. Er wird also verwarnt, damit nicht etwa noch eine schwerere Strafe, je nach Sachlage, über ihn verhängt wird.“ Am 2. Sebatt wurde folgendes von den Kanzeln verkündet: ״In Anbetracht der grossen Belästigung, welche die in dieser Gemeinde gemachten gewöhnlichen Spenden (hordinarias promesas)!)— nachdem sich durch Gottes Gnade die Mitgliederzahl *) Promessas oder saüdes. — Einem uralten Brauch entspricht es. in der Synagoge, bei religiösen Festlichkeiten auch ausserhalb derselben, Spenden für wohltätige Zwecke zu geloben und hierbei den Namen des״ jenigen nennen zu] lassen, dem man Wohlergehen (saüde) wünscht, dem man eine Ehre erweisen will. Für diese Zeremonie sind bestimmte Formeln in portugiesischer Sprache üblich, welcne sich den verschiedenen treudigen oder schmerzlichen Veranlassungen des menschlichen Lebens anpassen. So lautet z. B. die Formel für einen Kranken: Que Deos Ihe conceda saüde perfeita e aos mais doentes da nagao (= Gott möge ihm und allen übrigen Kranken^in der Gemeinde volle Genesung schenken); für Neuvermählte: Que fagao casal bem logrado (= Mögen sie ein glückliches Paar werden); für eine Frau im neunten Monat: Que Deos lhe conceda boa hora com OQ ftlhos de bengao (= Gott stehe ihr in ihrer schweren Stunde bei und schenke ihr Kindersegen); für einen Bar-mizwä: Que engrandega no Santo servi$o e que seus paes vejao d’elle muito gosto (= Möge er in dem heiligen Dienst aufwachsen und seine Eltern viele Freude an ihm erleben);

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