Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 269)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486283--3772-3490139- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
177 seine Frau. Da die Uebergabe an die Frau gerichtet ist, wird auch die Urkunde selbst nach ihr bezeichnet, daher 1 2נט אשה) 5,Urkunde der Frau“ oder Plural 2 ניטי נשיים). Da nun das Wort גט mit dem Worte ״Scheidung“ oft im Zusammenhänge vorkam, übernahm גט zugleich die Bedeutung des neben ihm stehenden Wortes und so bezeichnet גט אשה schon die ״Scheidungsurkunde für die Frau“. Beim häufigen Gebrauch wurde auch diese Be- Zeichnung, wie es auch bei den anderen Urkunden der Fall war, abgekürzt und man ns&mte den Scheidebrief גט, aramäisch דמא und Plural 3גיטין). Neben den hier erwähnten Namen des Scheidebriefes cursierten noch seltenere Bezeichnungen, wie: ,(4ספר תירובץ 6אגרת שבוקין ,(5 6אגרת פטורין), oder auch nur 7אגרת) und 8נמ פמורץ). Bezüglich der Abfassung, Uebergabe und Uehernahme des Scheidebriefes wurden ausser den biblischen Vorschriften fernere weitläufige Formalitäten und Normen, bei deren Nichtbeachtung die Scheidung ungültig sein sollte, eingeführt 9), sodass zu dieser Handlung ein reichhaitigesund genaues Wissen der jüdischen Gesetze erfordert wird 10). So war die Scheidung ungültig, wenn die Frau von ihrem Manne nicht eine für diesen Zweck und für diese Frau ף Git. I, 5, Tos. Gittin I, 4 (323, 29) und II, 7 (325,19), Tos. B. m. I, 6 371, 30), Gittin 8 b, 10 b. 2) Gittin I, 4, 5, 6, B. m. I, 7, Tos. Git I, 4 (324, 2 ff.)» Git• 9a, b, 10b. 3) ln der Mischna nur B. b. X, 3 und M. k. III, 3. — Interessant ist die Mitteilung von Duschak, Eherecht S. 93 Anm. 3: »Charakteristisch ist es, dass in der ganzen Bibel ג und ט niemals neben einander zu finden, daher dieser Name den Begriff einer Separation involvirt“. 4) Pseudo-Jonathan zu Deut. 24, 1, 3. Diese Bezeichnung wird auch am Schlüsse jedes Scheidebriefes geschrieben. 5) Targum zu Jes. 50, 1; im Targum Jer. 3, 8 steht!אגרת גט פטורי, wohl nur Dittographie. 6) Steht am Schlüsse jeder Scheidungsurkunde. Das samaritanische Targum übersetzt ספר כריתות in Deut. 24, 1, 3 mit!ספר שמקי, s. A. Brüll, Das samaritanische Targum. ד) Gittin VI, 5 (65 b) vgl. Raschi z. St. 8) Targum Onkelos zu Deut. 24, 1, 3 und Targum zu Koheleth 7, 26. Diese Bezeichnung wird ebenfalls am Schlüsse des Scheidebriefes erwähnt •) S. Gittin 5 b, 80 a, B. m. 55]b: אמר רב המנוגא משמיה דעולא אזמר היה רבי מאיר בל המשגה ממטבע שטבעו הנמים בגיטין יוציא והולד ממזר, s. auch Halachoth Gedoloth ed. Hildesheimer S. 328. 10) Maim. Geruschin I," 1 zählt zehn biblische Vorschriften auf, die beim Schreiben eines Scheidebriefes zu beachten sind: 1. Einwilligung des Jahrbuch J. L. G. TX. 12