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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 268

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 268)
Language
German
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176 גט, welches eigentlich jede Urkunde bezeichnet, speziell den Scheidebrief1). Dieses Wort muss eine bestimmte Entwicklung durcbgemacht haben, bis es an Stelle des ספר כריתות trat; seine spätere Bedeutung mag sich vielleicht folgendermassen herausgebildet haben: ספד בריתות bedeutet eigentlich ״Urkunde der Scheidung“. Für die Bezeichnung der Urkunde hat man in späterer Zeit ספר nicht mehr angewendet, sondern es wurden neue Namen eingeführt, unter denen גט Urkunde im eigentlichen Sinne des Wortes bedeutet, im Gegensatz zu שטר, welches auch für schriftliche Auf- Zeichnung gebraucht wird 2). Zu der Zeit, wo man diese neuen Bezeichnungen für Urkunde einführte, wurde zunächst ספר durch ©ג ersetzt und so entstand die Bezeichnung 3 גט כריתות), in welcher der Akt der Scheidung durch כריתות ausgedrückt wurde. Für die Scheidung selbst wurde später ״vertreiben 4 5 “גרש) äugewendet, da der Mann mit der Scheidung sozusagen seine Frau aus dem Hause vertrieb; daher wurde auch der Akt der Ehe- Scheidung mit גרושץ bezeichnet. Da der wichtigste Teil der Ehe- Scheidung die Ausstellung eines Scheidebriefes ist, so übertrug man jene Bezeichnung auch auf die Urkunde und nannte sie 5 גט גרושץ), d. h. ״Urkunde der Ehescheidung“. Nach biblischtalmudischem Recht muss, wie schon erwähnt, der Mann den Scheidebrief übergeben, aber nicht umgekehrt; weigert sich aber die Frau, denselben anzunehmen, so bleibt sie auch fernerhin abhauen, Gesenius ־ Buhl s. v., vgl. auch Sifre Deut. § 269 (ed. Friedmann S. 122 a), Mid. Tannaim ed. Hoffmann zu 24, 1 (S. 154), Tos. Gittin IX (VII), 34 <333, 24), Sucka 24 b, Erubin 15 b, Gittin 21 b, Kid. 3 b, 5 a, 14 a, jalkut Deut. § 936: דבר הסרת בינו לבינה. *) S. Raschi zu Gittin 65b s. v. לשזן בני אדם הוא כבר החזיקו בו לקרות :כתבי לספר כריתות אמה גם, s. auch Tossaphoth Jom Tob zu Gittin I, 1 und VI, 5, Tossaphoth zu Gittin 2 a s. v. המביא, Plaim. im פירוש המשניות zu Gittin II, 5. 2) S. oben S. 50 Anm. t. 8) Schabbath 56a, Ket. 9 b und Sanhedrin 11a. Frankel in MGWJ XV, 1866 S- 151 Anm. bemerkt: ״Das Wort גט scheint ein in sehr früher Zeit in derMischna und im jüdischen Leben eingebürgertes Wort und man dürfte nicht irre gehen, seinen Gebrauch bis auf die vormaccab. Zeit zurückzuführen“, s. jedoch oben S. 49 f. י= גרש ףaram. טרד assyr. tarädu, arab. Ball, Semitic and Sumerian, in den Hilprecht gewidmeten Assyr. und Arch. Studien 1909 S. 35. 5) Jalkut Gen. §§ 94, 95, Pirke d. R. Elieser §§ 6, 8, 30 und oft.

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