Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 245)
- Language
- German
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153 ״Ich will kein Recht und keinen Anspruch auf Deine Guter und auf deren Ertrag haben״. Mit dieser Formel verzichtet der Mann auf jeden Nutzen von ihren Gütern, aber nur solange seine Frau lebt, denn nach ihrem Tode gehen sie in seinen Besitz über, da er auf das Erbrecht nicht verzichtete. Nach R. Jehuda hat ferner der Mann mit dieser Formel nur der direkten Nutzniessung entsagt, nicht aber der ״Früchte der Früchte״, d. h., wenn der erste Ertrag dieser Guter verkauft und für dieses Geld ein anderes Feld gekauft wurde, so wird der Ertrag dieses zweiten Feldes ״Früchte der Früchte״ genannt, auf die der Mann mit dieser Formel nicht verzichtet hat. Yon dem Ertrag dieses zweiten Feldes kann ferner noch ein drittes Feld gekauft werden, dessen Ertrag dann ״Fruchte der Früchte der Früchte״ heisst, u. s. w. Auch auf den Ertrag des zweiten und dritten Feldes kann der Mann — nach R. Jehuda — verzichten, wenn er nämlich schrieb: (1רץ ודברים אץ לי בנכסיך ובפירותיהן ובפירי פירותיהן עד עולם ״Ich will kein Recht und keinen Anspruch auf Deine Güter haben, auf deren Ertrag und auf den Ertrag des Ertrages usw.״ *) L und Maim. im פיחש המשניות z. St. lesen עד לעולם. Die Halacha entscheidet nach der Ansicht des R. Jehuda, so schon R. Hai Gaon im תוספות רי״ד und R. Nissim z. St., ferner Maim. Ischuth XXIII, 4 und Eben Haeser § 92, 5. Wie diese Formel nach R. Jehuda aufzufassen sei, wird schon in Ket. 83 b erörtert, wo gefragt wird, ob in der Formel gerade der Ausdruck פירי פיחת stehen muss [und dies allein schon eine Verzichtleistung auf die פירי דפירי פיתת sein würde, infolge dessen die Schlussbemerkung עד עולם überflüssig wäre; wenn aber in der Formel nur בפיתתיהן עד עולם stände» der Hann noch Anrecht auf die פירי פירות hätte], oder ob die Schlussbemerkung עד עולם stehen muss [ohne ובפירי פיחת, das in diesem Falle ebenfalls über* flüssig wäre; und wenn dieses עי עולם in der Formel fehlen würde, der Mann noch ferner das Recht auf die פירי דפירי פיחת hätte], oder ob beide Ausdrücke zusammen in der Formel verzeichnet sein müssen. Dies letztere verlangt der Talmud mit folgender Begründung: Würde "nur das erste פירי פיחת stehen, so könnte man meinen, dass der Mann der Nutzniessung der פירי פיחת, aber nicht der der פירי דפירי פיחת entsagt habe. Steht aber nur עד עולם, so könnte man den Ausdruck עד עולם auf die פיחת beziehen [und zwar nach Raschi,® indem er auf die פיחת für immer verzichtete, aber nicht auf die פירי פידות; oder nach Tossaphoth s. v.•הוד : der Mann hat der Nutzniessung der פיתח nur zu ihren Lebzeiten entsagt, aber nicht der nach üirem.Tode]*