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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 239

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 239)
Language
German
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147 29. " . . . Wenn er gegen Mibtaehja sich erheben wird, 30. um sie aus seinem Hause, dem des Aschor, seinen Gütern und seinem Vermögen zu verjagen, so soll er ihr geben 31. 20 Krsch Silber und das in dieser Urkunde Bestimmte ihr zur Verfügung stellen“. Hier wird die Bestimmung nur für den Fall der Scheidung aufgestellt, wie dies zuerst Barth erkannt hat1), und ist vollständig identisch mit der im Talmud enthaltenen kürzeren Formel2). Die eigentliche Kethuba, wie sie noch heutzutage geschrieben wird, hat zu ihrem Inhalte nicht bloss die festgesetzte Summe der Verschreibung, sondern enthält auch die Mitgift, welche נרוניא genannt wird3) und die von der Frau mitgebrachten beweglichen und unbeweglichen Güter umfasst4). Den Juden war schon zur biblischen Zeit die Mitgift bekannt; so gab Kaleb seiner Tochter als Mitgift Felder (Jos. 15, 18. 19; Ri. 1, 14. 15). Auch Tobias erhält die Hälfte vom Vermögen seines Schwiegervaters als Mitgift (Tob. 8, 21). Jedoch war nach ג) Barth in Revue Semitique 1907 S. 522, ferner J. N. Epstein, im Jahr״ buch VI, S. 371. 2) Auch in den babylonischen Eheverträgen wurde diese Formel, aber auch nur iür den Fall der Scheidung, verzeichnet. Sie lautet bei Meissner, Beitrages. 72: ״WennRemu zur Baschtu, seiner Gemahlin: »Nicht bist du meine Gemahlin“ spricht, wird er ihr 10 Schekel Silber als ihr Scheidegeld geben“. S. auch Meissner, Aus dem altbabylonischen Recht, Leipzig 1905, S. 23. Kohler-Peiser, Aus dem babylonischen Recht IV, S. 12: ״Am Tage wo Tamasch nädin-schinu die Nadä verstossen wird und eine Frau für sich nimmt, wird er 6 Minen tGeld zahlen“. Siehe ferner diese Klausel bei Köhler- Ungnad, Hammurabi’s Gesetz 111, S. 4 f., IV, S. 1 und V, S. 1. 3) Aus dem assyrischen nudunnu Mitgift, s. Meissner, Beiträge S. 148, vgl. auch Bali, Semitic and Sumerian, in Assyr. und archäologischen Studien Hilprecht gewidmet, 1909 S. 43. Frankels Ableitung von בדה Ez. 16,33 a. a. O. S. XXXII Anm. 8 hat schon R. Elieser b. Joel Halewi משפטי בתובה ed. Sulzbach, a. a. O. S. 12. — Im Codex Hammurabi wird die der Frau aus dem Elternhause zukommende Mitgift s[ch]iriktu genannt, s. § 172, aber schon in den altbabylonischen und in sämtlichen neubabytonischen Urkunden heisst die Mitgift nudunnu, s. M. Schorr, Bulletin de l’Academie des Sciences de Cracovie, 1907, S. 93, Marx, Die Stellung der Frauen in Babylonien, in Beiträge zur Assyriologie IV, S. 13 ff. 4) Auch in Babylonien konnte die Mitgift aus Mobilien und Immobilien bestehen, s. Kohler-Peiser, Aus dem babylonischem Rechtsleben I, S. 8, aber gewöhnlich bestand die Mitgift aus Hausgeräten, s. Meissner, Beiträge S. 14.

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