Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 238)
- Language
- German
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14Ö שאם תנשאי לאחר תטלי• מה שכתוב ליכי *Wenn du einen andern heiratest, so erhältst'du, .was dir verschrieben ist“ cL h. wenn es dir gestattet ist, dich wieder zu verheiraten, so erhältst du die Summe deiner Verschreibung und, so ihr das erste erlaubt ist, muss auch die zweite Hälfte der Bedingung erfüllt werden1). Nach dieser Beweisführung ist die Schule Hillels der Meinung der Schule Schammais beigetreten. Nach der Tossephta lautet die Formel 2): [לכשתתפיסי] וודנשאי לאחר תטלי מה שכתוב לין*3) בכתובתיך וצאי ״Wenn du dich beruhigt hast und einen andern heiratest, erhältst du, was dir in deiner Kethuba verschrieben ist und gehe [deinen Willen zu erfüllen].4)״ Diese Bedingung sichert der Frau die Summe ihrer Kethuba nach dem Tode ihres Mannes oder nach der Scheidung; wenn aber die Frau vor dem Tode ihres Mannes stirbt, so erhalten die• Erben der Frau nicht die Kethuba, denn die Bedingung kann nicht mehr im Ganzen erfüllt werden 5). Das Alter dieser Formel bezeugt der Papyrus G von Assuan, wo sie Zeile 29 b—31 lautet: .29.. " והן יקום על מפטחיד. .30 לתרבותה מן ביתה זי אסחור ונכסוהי וקנעד. עתן לד. .31 כסף ברשן כ׳ ויעמד לה דין ספרא זנא *) R. Nachman fugt zu dieser Mischna im Talmud Jeb. 117a hinzu, dass die Frau nur dann die Kethuba bezahlt bekommt, wenn sie die Bitte vorgetragen, man erlaube ihr, sich wieder zu verheiraten; wenn sie aber spricht: Mein Mann ist gestorben, zahlet mir die Kethuba aus, so wird ihr die Erlaubnis zum*Abschluss einer neuen Ehe auch nicht gegeben, weil ihre Absicht ist, Geld zu bekommen und ihr Mann vielleicht noch lebt. Vgl. auch Maim. ischuth. XVI, 31, Eben Haeser § 100, 7. — ln dieser Formel wird nach R. Jomtob b. Abraham nur die eigentliche Verschreibung im Betrage von 200 oder 100 Sus der Frau zugesichert, aber nicht die תוספת כתובה, s. מלאכת שליבוה und Eben Haeser § 17, 43 ומתגים לה עיקר כתובה, vgl. auch die Erklärungenz. St. und besonders פתחי תשובה. 2) Tos. Edujoth I, 6 (455, 23), A und W haben bloss לכשתגשאי, aber in E steht der Zusatz לכשתתפיסי ותינשא. 3) ליך ist in E ausgefallen, ebenso das ת in תטלי, es heisst nämlich nur טלי. 4) So erklärt es R. David Pardo in חסרי דוד z. St. Ket 81 a, vgl. auch 53 a.