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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 210

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 210)
Language
German
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118 mit de1r.Ann1111ie1Tmg der bereits geschlossenen Ehen, wie es sieb in Nahardea ereignete, wo man einst viele Kethuboth zerriss uncE somit die Ehen für ungültig erklärt wurden1). Die Institution der Kethuba ist, wie wir schon oben erklärt haben, im jüdischen Eherechte sehr alt und wurde oft als biblisches Gebot betrachtet, aber nach den meisten talmudischem Weisen ist sie erst eine rabbinische Verordnung2). Zweck der Kethuba ist, die Frau dadurch zu schützen, dass dem Manne die Scheidung erschwert wurde 3), denn die Verschreibung enthält, wie schon oben erwähnt, die Festsetzung der Summe, die die Frau im* Falle der Scheidung vom Manne oder im Falle seines Todes von seinen Erben bekommt4). Der Betrag dieser Verschreibung״ war in der Höhe von 200 Sus angeordnet, wenn der Mann eino Jungfrau heiratete, und von nur 100 Sus, wenn die Braut ver~ witwet oder geschieden war5). 1/ Kid. 70 b, vgl. Ket. 89 a. 2) Nach R. Simon b. Gamliel in Ket. 10 a, 110 b und R. Meir in KeL 56 b, ferner jer. Jeb. VII, 3 (8 a 62), ib. XV, 3 (14d 73) ist die Kethuba ein& biblische Verordnung; hingegen ist die Ueberlieferung von R. Simon b. Gamliel in jer. Ket. XIII, 11 (36 b 58), ferner R. Jehuda in Ket. 56 a, auch Jer. Ket IV, 11 (29 b 7), dass sie nur rabbinisch sei. Tossaphoth in Sota 27 a s. v. איש erklären daher: אפילו רשב״ג דאמר כתובת אשד. דאורייתא לאו מכוש דאורייתא אלא אית ליה סמך מדאורייתא. Nach den späteren Decisoren ist es ebenfalls von den Rabbinen verordnet, s. Maim. IschuthX, 7, vgl. הגהות מיימיגיות ib., ferner XI, IV XII, 2 und Bloch שערי תורת התקנות II, 1 S. 49 f. 3) Ket. 39 b, 54 a, s. Tossaphoth in Jeb. 89 a s. v. מאי טעמא; Tossaphoth zu Ket. 39 b s. v. טעפא bringen die Erklärung des R. Jehuda, nach dem der Grund eine Kethuba anzufertigen folgender ist: תימא לר״י כיק דטעמא שלא תהא קלה -בעיניו להוציאה אלמנה אמאי תקיגו לה רבנן כתובה לא היה להש לתקן אלא לגרושה בלבד ואוסר ר״י דמתוך שהוצרכו לתקן בגרושה שלא תהא קלה בעיניו להוציאה תקינו נסי לאלמנת משום היגא. 4) Dieselbe Bedeutung hatte der Ehevertrag auch in Babylonien. Jedoch kommt hier noch eine zweite Bedeutung hinzu, ״sie sind die Quelle des Rechts, welcher Mann und Frau verbindet“. D. H. Müller, Die Gesetze Hammurabis und ihr Verhältnis zur mosaischen Gesetzgebung, Wien 1903, S. 116. 5) Ket. 10 a: -אמר רב נחמן אמר שמואל משים רבי שמעון בן אלעזר חכמים תקנו לתם לבנות ישראל לבתילה מאתים ולאלמנה מנה. Die Entstehungszeit dieser Verordnung muss sehr alt sein, wie es aus dem weiter folgendem Berichte über die Verordnung; des R. Simon b. Schetach zu folgern ist. ־־־ lieber die Berechnung der Summe der Kethuba bei den Gaonim s. Büchler, REJ, L, 1905 S. 147 ff. und- E. Lambert, REJ, LI, 1906 S. 235 f. Nach späterem Werte s. Maim. Ischuth*

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