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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 206

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 206)
Language
German
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114 Die älteste Bezeichnung für die Verschreibung wird wohl nach der richtigen Vermutung von L. Blau ספר אנתו im Papyrus F von Assuan Zeile 4 sein1). Diese Vermutung findet jetzt Stütze in dem von Sachau herausgegebenen ״Altaram. Papyrus aus der Zeit des K.־’s Amyrtaeus“2). In diesem Papyrus erwähnt der Mann die Kethuba seiner Frau mit den Worten .ספר אנתותכי ״Dein Frauenbrief“ d. h. Ehekontrakt. Auch in den ״Aramäischen Papyrus aus Elephantine“, ed. Sachau, wird der Ehekontrakt im Papyrus 35 mit ספר אנתותכי bezeichnet. In der talmudischen Ischen und hebr. Uebersetzung des Buches Tobit ed. Neubauer steht z. St. כתיבה. Gegen diese Identifizierung richtet sich M. Rosenmann, Studien zum Buche Tobit, Berlin 1894 S. 18 und will die Identität der (SvyyQCKprj mit שטר של (1) אירוסין beweisen. Gvyyqaipiq bedeutet allerdings nicht Ehevertrag, aber der griechische Uebersetzer des Buches Tobit hat die in griechischer Sprache abgefassten ägyptischen Eheverträge ins Auge gefasst, die auch GvyyQcupi} 0vvouc8o(ov genannt werden, s. J. Nietzold, Die Ehe in Aegypten, Leipzig 1903 S. 7, und tatsächlich lesen einige Handschriften in Tobit Vll, 13 Gvvy(>a(f>r}v ßißXCov GvvoixtjGswg, s. The old Testament in Greck, by H. ß. Swete, 11, Cambridge 1896. — Unrichtig ist aber die Behauptung von Graetz und Rosenthal, a. a. O., dass ״diese Vorschrift, eine solche Urkunde bei der Ehe auszufertigen, erst von Simon b. Schetach. dem Synhedrialhaupte zur Zeit der Salome׳Alexandra, 79—69 vorchristl. Zeit, eingeführt worden. Folglich kann die Abfassung [des Buches Tobit] unmöglich in die ersten Zeiten der griechisch׳macedonischen Herrschaft gesetzt werden“. Siehe auch Graetz, Geschichte der Juden, 111, Note 14. Gegen diese Hypothese spricht in erster Reihe der talmudische Bericht von der Anordnung des Simon b.. Schetach (s. hierüber weiter). Ferner wird die Abfassungszeit des Buches Tobit in das zweite vorchristl. Jahrh. gesetzt, so A. Zöckler, Die Apokryphen des A. Ps, München 1891 S. 165, C. H. Cornill, Einleitung in das A. T., 1896 S. 270 und Kaulen in Wetzer und Wete’s Kirchenlexikon 11. Aufl. XI, S. 1808. Nach anderen Exegeten soll es aber nach dem Auftreten der Makkabäer niedergeschrieben worden sein, so E. Reuss, Die Geschichte der heiligen Schriften A. Ts 11. Aufl. Braunschweig 1890 S. 585. Die Apokryphen und Pseudepigraphen des A. T., hrsg. von E. Kautzsch I, Tübingen 1900 S. 136, s. auch Fritzsche in Schenkels Bibel-Lexikon V, Leipzig 1875 S. 543. x) Magyar-Zsidö Szemle XXV, 1908 S. 259. Auch im Faksimile ist deutlich ein 1 bei אגתו zu lesen. Dieser Papyrus würde somit die Auflösung der Gütergemeinschaft nach der Ehescheidung der Mibtachja von Pi bar Pachi enthalten. Der Eid. den Pi bar Pachi von der Mibtachja verlangt, musste auch in der talmudischen Zeit geleistet werden, wenn die Frau die Auszahlung ihrer Kethuba forderte, s. darüber weiter. *) Florilegium Melchior de Vogue S, 534, Zeile 5.

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