Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 203)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3486266-3486283--3706-3490073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
111 der biblischen Zeit dem Vater gegebenen Brautpreis zurück. In alter Zeit zahlte der Bräutigam dem Vater des Mädchens einen, nach dem Stande der betreffenden Personen verschiedenen Kaufpreis מוהר, (Gen. 31, 15; 34, 12; Ex. 22, 15—16) * *), an deren Stelle aber auch eine dem Kaufpreise angemessene Dienstleistung treten kann (Gen. 29, 15—29; I. Sam. 18, 25; II. Sam. 3, 14). Dieser Kaufpreis wurde wahrscheinlich, wie in Babylonien 2), auch bei den Hebräern in dem Ehevertrag, welcher zu dieser Zeit ein Kaufvertrag war, verzeichnet, wie es auch noch in dem Papyrus G von Assuan vermerkt ist. Die vom Bräutigam dem Vater der Braut übergebene Summe ist hier Zeile 4—5 eingetragen: יהבת לך מהר..4 5 ברתך מפטחיה כפף שקלן ה, באבני מלכא על עליך וטב לבבך בגו 4. מ.Ich übergab dir den Kaufpreis 5. deiner Tochter Mibtachja fünf Schekel königlichen Geldes, du hast es erhalten und bist damit zufrieden״. Mit den veränderten Zeitverhältnissen und der höheren rechtliehen Stellung der Frau verwandelte sich dieser Kaufpreis in die ף Diese Sitte war auch bei den anderen orientalischen Völkern üblich, so im alten Babylonien, wo der Kaufpreis tirfcjhatu (ter[c]hatu) hiess, s. Codex Hammurabi § 138 ff., ed. Kohler-Ungnad II, S. 51, Delitzsch, Handel und Wandel in Altbabylonien, Stuttgart 1910 S. 50 Anm. 35, B. Meissner, Beiträge zum altbabylonischen Privatrecht, Leipzig 1893 S. 13, idem, Aus dem babylonischen Recht, im Alten Orient VII. Leipzig 1905 S. 22. [Siehe noch die Belege bei Muss-Arnold, Dictionary of the Assyr. Langu. S. 1192; Delitzsch, Handwörterbuch, S. 713, der als Wurzel wohl mit Unrecht תרח ansetzt; wahrscheinlich t-Bildung von •דהד U (Delitzsch Handwörterbuch, S. 616) und die Grundbedeutung: ״Frauenpreis“. - Anm. von Herrn Prof. M. Streck.] Ferner bei den Arabern s. S. Wellhausen, Die Ehe bei den Arabern, in Hachrichten von der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingeu 1893, S. 433. *) Eine babylonische Urkunde über einen Frauenkauf s bei Köhler- Peiser, Aus dem babylonischen Rechtsieben I, S. 7, Kohler-Ungnad, Hammurabi’s Gesetz 111, Leipzig 1909 S. 5f. und IV, Leipzig 1910 S. 1. V. Marx, Die Stellung der Frauen in Babylonien, in Beiträge zur Assyrtologie IV, Leipzig 1902 S. 5, M. Schorr, Altbabylonische Rechtsurkunden, in Sitzungsberichte der K• K. Ak. der Wissenschaften in Wien, PhiL-Hist. KL 155. Band 2. Abh. Wien 1907 S. 141.