Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 197)
- Language
- German
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105 bestand in der Festsetzung der einzelnen Bedingungen zwischen den beiden Parteien, wie K. Gidel dies schildert: כמה אתה נותן לבנך כך וכך כמה אתה נותן לבתך כך וכך »Wie viel gibst cht deinem Sohne? So und so viel. Wie viel gibst du deiner Tochter? So und so viel״. Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein Vertrag angefertigt1 2), dem wir zuerst in der Mischna begegnen, wo er 2קידושי נשים) heisst, der Talmud erklärt es mit dem späteren Ausdruck 3שטר פסיקתא) »Dokument der Festsetzung oder Verabredung“ 4). Er wurde aber auch 5 * תנאי כתובה) oder kurz nur תנאץ®) und 7 תניין) genannt, weil darin alles bestimmt wurde, worauf die Ehe basierte; die Urkunde war die Bedingung der Kethuba, die ebenfalls nur nach den in dieser Urkunde festgesetzten Bedingungen angefertigt wurde, und sie hatte dieselbe Bechtsgültigkeit wie die Kethuba 8). Die Verabredung selbst wurde שידוכין ®) genannt, bei *) Jer. Ket. V, 1 (29 c 45, 48, 54), M. k. 18 b, Ket 102 a und b, Kid. 9 b, vgl. ferner הגהות מיימוניות zu Maim. Ischuth XX11I, 13. Nach שימה מקובצת zu Ket. 102 b und ebenso Levy, NhWb IV, S. 81 wurde diese Verabredung in die Urkunde geschrieben. 2) M. k. III, 3 (18 b) und ib. 13 a. Der Talmud 18!)?bemerkt zur Mischna: מאי?1או שטרי קידושין מם« לא שטרי פסיקתא. 3) M. k. 18 b, Ket. 102 a und b, Kid. 9 b. Formulare von שמרי פסיקתא s. in ־ספר השטרותS. 72, ספר העיטור ed. Lemberg S. 25c. ln der spateren Zeit ist diese Urkunde nur unter dem Namen תנאים bekannt, siehe שבעה rhm § 8—IO. 4) Auch in Babylonien setzten die Väter und Schwiegerväter fest, was die Braut und was der Bräutigam in die Ehe einbringen sollten, s. Köhler* Peiser, Aus dem Babylonischen Rechtsleben 1, Leipzig 1890 S. 9. 5) Jer. Ket. III, 5 (27 d 5), jer. Ket. V, 2 (29 d 22), Ket 54 b und 104 b. «) Jer. Demai VI, 2 (25 c 27 f.), jer. Ket. IX, 10 (33 c 32), ib. XII, 2 (34 d 68). 7) Jer. Ket. X, 6 (34 a 27, 28). 8) Ket. 54 b und 104 b, vgl. Raschi ib. und קרבן העדה zu {er. Ket V, 2. Wenn hierauf die Verlobung stattgefunden hat, so haben jene Versprechungen, selbst ohne besondere Zusicherung (קניו, s. hierüber bei der Kaufurkunde), Gültigkeit. — Diese Urkunde wird auch von Zeugen unterzeichnet, siehe Raschi zu Ket. 102 a. *) Von שדך, s. S. Perler, Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit^ in MGWJ, 1860, S. 341, Anm. 6. Arabisch Levy NhWb IV, S. 5tf. Die Literatur über dieses Wort hat). Low zusammengestellt * in der Talmi!״ dischen Archäologie von S. Krauss II, 451, Anm. 246.