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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 157

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 157)
Language
German
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65 man, dass man den Namen Gottes sogar in die Urkunden schreibe mit den Worten: בשנת כך וכך (* ליוחנן כהן גדול (שהוא משמש) לאל עליון ״Im so und so vielten Jahre des Jochanan, Hohepriesters des höchsten Gottes*. Als aber die Weisen diese Verordnung vernahmen, missfiel ihnen die Erwähnung des göttlichen Namens in den Urkunden, weil nach Ausgleichung der Schuld die Urkunde zerrissen oder in schmutzige Winkel geworfen werden und somit der Name Gottes entweiht werden könnte. Sie beschlossen daher die Abschaffung dieser Aera1 2 3). Neben der seleucidischen Aera rechnete man noch nach den Regierungsjahren desjenigen Königs, unter dessen Herrschaft die Juden wohnten. Auf diese Zeitrechnung musste besonders beim Datieren eines Scheidebriefes geachtet werden und ß. Meir erklärte sogar den Scheidebrief für ungültig, wenn in demselben das Datum nach einer fremden Regierung oder auch nach dem Bau oder der Zerstörung des Tempels verzeichnet war % Jedoch 1J Goldberg sucht im Hamaggid XXIV, 1881 S. 316 zu beweisen, dass die Kopisten יוחנן an Stelle von יונתן gesetzt haben. Die Feier des 3. Tischri, die in Megillath Taanith erwähnt wird, sei nämlich zu Ehren Jonathans be~ gangen worden, als er von Alexander Balas zum Hohepriester ernannt wurde, und )onathan war der erste von den Makkabäern, der dieses Amt jnne hatte, s. I. Makkabäer 10, 20—21, und zu Ehren Jonathans habe man seiner auch in den Urkunden gedacht mit den Worten כהן גחל לאל עליון. s) Megillath Taanith VU, Rosch haschana 18b. A. Geiger, Urschrift und Uebersetzungen der Bibel, S. 34 meint, dass diese Stelle den Kampf der Pharisäer mit den Sadducäern darstelle, und will sie in Zusammenhang bringen mit Jadajim IV, 8. Mit Recht bestreitet S. L. Rapoport im גחלת יהודה (hrsg. von D. Rapoport, Krakau 1868) S. 35 f. diese Behauptung. Gegen Geigers Hypothese ist u. a. ferner anzuführen Tossaphoth zu B. b. 162 a s. v. לפי. Der Ausdruck בהן גחל לאל עליון soll vielmehr, wie Rapoport a. a. O. erklärt, den Gegensatz zu den Priestern des Heidentums bezeichnen. 3) Gittin VIII, 5 (79 b). Zu diesen fremden wird auch die römische Re« gierung gerechnet, welche mit מלבות שאינה הוגנת bezeichnet wird, weil sie die Schrift und Sprache von den Griechen übernommen haben, vgl. speziell die Talmudausgabe ed. Wilna, Gittin 80 a מאי מלבות שאינה הוגנת מלבות הרומיים ואמאי קרי לה מלבות שאינה הועת משום דאין להם לא כתב ולא לשע, vgl. Tossaphoth ib. s. v. מפני, R. Jesaja Trani in seinen Tossaphoth, מלאבת שלמת in der Mischnaausgabe ed. Wilna J0O8 zu Rosch Haschana und Tossaphoth zu R. h. 2a s. v. למלבים. — Inden übrigen Urkunden war die Zählung nach einer fremden Herrschaft nicht von Jahrbuch J. L. G. IX. 5

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