Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Chana traf einmal eine Araberin, die mit der Spindel in der Hand auf der Strasse sass. Als sie seiner ansichtig wurde, riss sie den Faden ab, liess die Spindel fallen und sagte: עלם הב לי פלך. Mar Ukba, der dabei war, bezeichnete sie dann als טווה בשוק, oder nach anderen als מדברת עם כל אדם, von denen die Mischna das. spricht und deren Gebahren sie als Verletzung jüdischer Sitte bezeichnet. Es geht daraus mit Bestimmtheit hervor, dass es die Art der זונות war, in dieser Weise Männer anzulocken. Die Worte: ״ עלם הב לי פלךJunger Mann, gib mir die Spindel“, sprechen ja deutlich genug. Eine ähnliche Stelle findet sich in Sanhedrin 95 a. Dort wird erzählt, wie Abischai den König David aus Lebensgefahr errettete. Er kam vor das Haus des Jischbi, eines Bruders des Riesen Goliath, wo David in grosser Gefahr schwebte. Die Mutter der beiden Riesen, ערפה, sass spinnend vor dem Hause; als sie ihn sah, riss sie den Faden ab, nahm die Spindel und schleuderte sie auf ihn, um ihn zu töten, und dann sagte sie ebenfalls zu ihm die Worte, die wir bereits aus der obigen Stelle in Kethuboth kennen: עלם הב לי פלך. Eine sonderbare Aufforderung! Nachdem es ihr nicht gelungen war, ihn tätlich zu treffen, verlangt sie einen Liebes- oder Gefälligkeitsdienst von ihm! Doch die Worte שריתיה עליה סברה למקטליה fehlen in einigen Mss. im ד״ס bei Rabbinovicz. So auch bei Jellinek, Beth hamidrasch IV, 140. Sie wird dort מפילה genannt. Dann wird die Sache verständlich. Nicht töten, verführen, zur Sünde verleiten wollte sie ihn. Die Worte, die sie spricht: עלם הב לי פלך haben denselben erotischen, unzüchtigen Sinn, wie in der Stelle in Kethuboth. Denn ערפה war, wie Sota 42 b von ihr gesagt wird, eine זונה. Vgl. das. שהבל הערו באמו, שהכל דשין אותה. Dass Orpa damals nicht mehr in den Jahren war, um ein solches Metier zu betreiben, kommt hier nicht weiter in Betracht. Das Spinnen gehörte auch zu den Hocbzeitszeremonien in alter Zeit, wie aus Gittin 89 a hervorgeht; בשים מוות לאור הנר waren ein Beweis, dass dort eine Hochzeit stattgefunden hat. ״Sabbath Spinnholz“ hiess in Deutschland, der Sabbatb vor der Hochzeit; vgl. מגן אברהם תקנ״ו פיק ו׳. Das erklärt uns