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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 125

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 125)
Language
German
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33 Schädlichkeit verloren hat. Da es nun bekannt ist, dass die Tiere einen untrüglichen Instinkt besitzen und Nahrungsmittel, die ihnen schädlich sind, nicht berühren, so konnten sie a priori schliessen, dass die Schlangen ציר verschmähen, weil er für sie zu scharf und ätzend sein muss; denn wir sehen doch, dass selbst das schärfste Exsudat der Schlange, der Inhalt ihrer Giftdrüse, von dem ציר aufgelöst und unschädlich gemacht wird* Wenn R. Simon behauptete, er habe gesehen, wie eine Schlange ציר getrunken hat, so war es ihm weniger darum zu tun, den tatsächlichen Nachweis zu führen, dass dies unter Umständen möglich sei, denn das können ja die Chachamim von ihrem Standpunkte aus zugeben; sie behaupten doch, dass es nichts schaden kann, auch wenn sie davon trinkt. R. Simon wollte vielmehr durch dieses Beispiel die Beweiskraft ihres Experimentes erschüttern. Er sagte: wenn es wahr wäre, wie ihr behauptet, dass ציר stärker ist als Schlangengift, so würde doch eine Schlange keinen ציר trinken, ich selbst habe jedoch das Gegenteil beobachtet. Darauf entgegneten die Chachamim mit Recht: das von uns angestellte Experiment kann durch diese Wahrnehmung nicht erschüttert werden: ״ שט״א הויאdas war eben eine Schlange, die ihren natürliehen Instinkt verloren hatte״; denn in der Hauptsache bleibt es dabei, dass selbst wenn sie davon getrunken hat, es nicht im mindesten schadet, weil der ציר, wie wir uns überzeugt haben, das Gift unwirksam macht. Raba konnte sich daher mit Recht darauf berufen, dass die Ansicht der Chachamim von den Späteren zur gültigen Halacha erhoben wurde, weil R. Papa, R. Huna und andere Lehrer jeden vorkommenden Fall von גילוי durch ציר unschädlich machten, was, f wie wir gezeigt haben, genau der Ansicht der Chachamim entspricht. Bei Gelegenheit sei bemerkt, dass die Worte Raschis Chulin 9b: מים שנשארו מגולין בלילה sehr auffallend sind, da doch גילד auch bei Tag angeht. Später fand ich, dass פרי חדש a. a. O. die» bereits urgiert und Raschi einer Ungenauigkeit zeiht. Man hat verschiedene Erklärungen dafür versucht, mit Hinweis auf Derech-Erez r. cap. 11, die mir aber nicht einleuchten wollen, weil überall, wo גילוי erwähnt wird, stets das Verbot im klassischen Jahrbuch J. L. G. IX. 3

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