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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 122

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 122)
Language
German
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30 Da liegt nun die Frage nahe — und sie wird bereits vom Verfasser des כרתי ופלתי zu Joreh Deah § 43 aufgeworfen —, warum der Talmud nicht lieber den kupfernen Altar seiner Beweisführung zu gründe legt? Auf dem goldenen Altar brannte gar kein Feuer, es wurde nur morgens und abends zum Verbrennen des Räucherwerkes eine Pfanne glühender Kohlen hinaufgeschüttet. Es muss also weniger auffallend erscheinen, wenn er nicht durchgebrannt wurde, als beim kupfernen Altar, auf dem jahraus, jahrein grosse Feuer loderten, wie sie zum Verbrennen der Ganz- und Mahlopfer notwendig waren. Der כדם beantwortet diese Frage in seiner geistvollen Weise und will seine Erklärung im Tossaphoth das. s. v. ושאין angedeutet finden. Es will mir jedoch scheinen, dass ihm die erwähnte Notiz der פסקי תוספות entgangen ist, weil er sie gar nicht erwähnt. Aus dieser ergibt sich m. E. ganz unzweifelhaft, dass sich Tossaphoth allerdings mit dieser Frage beschäftigten, dass sie sie jedoch in anderer Weise beantwortet haben. Wenn wir annehmen, dass der kupferne Brandopferaltar gar keine Plattform, גג, hatte, sondern von unten bis oben mit Erde ausgefüllt wurde, so dass die Altarfeuer auf der blossen Erdansammlung loderten, dann fällt doch die Frage, warum vom goldenen Altar, und nicht vom kupfernen, der Beweis für die Feuerbeständigkeit der Altaroberfläche erbracht wird, überhaupt weg. Daraus ergab sich die Behauptung der *פסקי תום, dass der kupferne Altar kein גג hatte. Derselben Ansicht begegnen wir auch bei Raschi 2. M. 30,3 : מזבח העולה לא היה לו גג; vgl. ferner seine Worte zu 4. M. 4,13. Es muss aber hervorgehoben werden, dass diese Ansicht vielfach bestritten wird. Aus Tanchuma Ende תרומה und Rabba ם׳ צו ergibt sich, dass auch der kupferne Altar eine obere Platte besass; vgl. auch Chiskuni zu קרח, der eine vermittelnde Ansicht hat: die obere Platte wäre erst nach dem 4. M. 16,3 erfolgten Befehl hinzugekommen. Sehr ausführlich handelt über diesen Gegenstand 1שרת נחלת יעקב סי' א Padua 1623 ,* vgl. auch Malbim zu 2. M. 20, 21 und 4. M. 4, 13.

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