Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 118

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 118)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3486266-3486283--3621-3489988
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

26 XLIV. 1. In Bezug auf die פסקי תוספות habe ich bereits im Jahrbuch IV S. 158 erwähnt, dass sie häufig in anderen Tossaphoth, die in unseren Ausgaben nicht enthalten sind, ihre Quelle haben. Dem dort angeführten Beispiel lasse ich hier einige weitere folgen. Unmittelbar nach dem, an oben erwähnter Stelle im Jahrbuch behandelten פסק in Taanith heisst es unter Nr. 9 : הרחוקים ״ ♦מנהר פרת בנון בני בבל לא היו עולים לרגלDiejenigen, die jenseits des Euphrath wohnten, wie z. B. die babylonischen Israeliten, kamen nicht zum רגל nach Jerusalem״. Eine ähnliche Meinung äussern auch Tossaphoth Pesachim 3 b s. v. מאליה, worüber schon משנה למלך פ׳יא מקרבן פסח und andere אחרונים ausführlich sich äussern. Diese vielfach bestrittene Sentenz soll uns hier nicht beschäftigen, sondern nur die Frage, aus welcher Gemarastelle in Taanith sie geschöpft sein kann, denn in Tossaphoth das. findet sich keine Andeutung darüber und wir müssen sie durch Kombination zu erschliessen suchen. An der in Betracht kommenden Stelle, Taanith 10a, heisst es, dass man im heiligen Lande am 7. Cheschwan mit der שאלה, d. h. mit dem Gebet um Regen, beginnt, 15 Tage nach dem Feste: ״ כדי שיגיע אחרון שבישראל לנהר פרתdamit der letzte in Israel bis zum Euphrath gelangt sein kann.“ Man soll daher nicht vorher um Regen beten, damit die heimkehrenden Wallfahrer nicht, während sie sich noch auf dem Wege befinden, vom Regen überrascht werden. Fünfzehn Tage nach dem Sukkothfeste konnte selbst der Entfernteste in seiner Heimat angelangt sein. Da fragten nun Tossaphoth, wie wir voraussetzen dürfen, warum man nicht aüch auf diejenigen Rücksicht genommen habe, die in Babylonien, jenseits des Euphrath, wohnten, die noch nicht zu Hause angelangt sein konnten und demgemäss während der Regenzeit reisen müssten? Durch diese Erwägung haben sich Tossaphoth veranlasst gesehen anzunehmen, dass diejenigen, die jenseits des Euphrath wohnten, gar nicht zum רגל nach Jerusalem kamen. Diese Schlussfolgerung erscheint jedoch sehr anfechtbar. Es heisst doch dort in Taanith, dass man in der גולה erst 60 Tage nach der Tekufa mit dem Gebet um Regen beginnt. Diejenigen, die jenseits des Euphrath wohnten, gehörten demnach

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.