Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 108)
- Language
- German
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16 Verschiedenheiten über den bereits feststehenden Urtext hinzugekommen. Die Mischna selbst ist daher älter als das Chanukkafest, dessen Einsetzung in die Mitte des zweiten Jahrhunderts v. d. ü. Z. fällt. Was die späteren Tannäim über das Chanukkafest gelehrt und verordnet haben, hat daher in die Mischna keine Aufnahme gefunden, es wurde in den Baraithoth niedergelegt, weil die Mischna in ihrer Urgestalt nichts darüber enthielt und auch nichts enthalten konnte. XLI. Ende Sukka erzählt der Talmud, dass eine Tochter der Priesterabteilung Bilga (1♦ Chr. 24, 14) während der syrischen Leidenszeit mit einem Angehörigen des feindlichen Heeres sich vermählte. Als dann die Feinde in das Heiligtum eindrangen, sei sie auf den Altar hinaufgestiegen und habe daselbst beschimpfende Äusserungen ausgestossen. Nach dem Siege der Hasmonäer und der Wiedereinweihung des Tempels hätte das Sanhedrin über die betreffende Priesterabteilung, als Strafe für das ruchlose Benehmen ihrer entarteten Tochter, einige demütigende Zurücksetzungen verhängt. Unter anderem heisst es dort: ״ קבעו את טבעתהman befestigte ihren Ring.“ Nach Raschi ist damit der Ring gemeint, der am Boden des Vorhofes zum Festhalten der Opfertiere während des Schlachtens bestimmt war. Es gab deren 24, nach Anzahl der Priesterabteilungen; Bilga musste von jetzt an den Ring einer anderen Abteilung benutzen, denn der ihrige war nicht zu gebrauchen, er war festgelegt. Diese Ringe sind durch den Hohepriester Jocbanan eingefuhrt worden, wie Maasser scheni V, 15 und Sota 48a berichtet wird. Ein andere Erklärung gibt RMBM im Mischnakommentar (Sukkadaselbst). Es war nach ihm einer von den Ringen an der Wand, die, ebenfalls 24 an der Zahl, jeder Priesterabteilung zur Verfügung standen, um die geschlachteten Tiere aufzuhängen und zu enthäuten. Ende Maasser Scheni gibt RMBM ebenfalls an, dass die Ringe am Boden angebracht waren, wie Talmud Sota (s. 0.) aus-