Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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9 6. Zu den Worten והלא מי רגלים יפין לה bringt der באר שבע Kerithuth z. St. die bekannte Erklärung des Kolbo, dass damit eine Quelle dieses Namens gemeint sei, denn es sei undenkbar, dass wirkliche מי רגלים auch nur hypothetisch in Frage gekommen sein sollten. Der genannte Verfasser widerlegt diese Ansicht mit dem Hinweis auf Jeruschalmi, wo es heisst שאין מבגיסץ ריח רע, woraus zu schliessen ist, dass es sich um wirkliche מי רגלים handelt. Dieser Schluss ist aber nicht sehr zwingend; denn, wenn eine Quelle diesen Namen geführt hat, so wird es wohl deshalb gewesen sein, weil diese Quelle schwefelsaure Ammoniakdämpfe, die wie Harn riechen, ausströmen liess, so dass sowohl das מפגי הכבוד des Babli als auch das מפני ריה רע des Jeruschalmi zu ihrem Hechte kommen und es sich dennoch um eine Quelle dieses Namens handeln kann. Eine ähnliche Erklärung fand ich auch im ברבי יוסף im Namen des Orchoth Chajim. Besonders auffallend erscheint mir jedoch die weitere Frage, die באר שבע daselbst im Namen eines Ungenannten bringt; sie findet sich im Abudarham. Warum durften מי רגלים nicht in den Vorhof des Heiligtums gebracht werden, ,והלא קרבו ופרשו קרב על גבי המזבח ״wir sehen doch, dass Eingeweide und Mist des Opfers sogar auf den Altar gebracht wurden?“ Ich begreife das nicht. Wo und bei welcher Gelegenheit wurde פרש auf den Altar gebracht? Heisst es denn nicht ausdrücklich und wiederholt וקרבו וברעיו ירחץ במים? Es war doch dazu eine eigene לשבת חמדיחץ eine Keinigungshalle vorhanden, um den Unrat wegzuspülen. Vgl. Tamid IV, % Middoth V, 3, RMBM מעשה קרבנות VI, 6. Selbst bei עולת העוף musste man die Eingeweide mit dem Kot entfernen; Sebachim 64b und רמב״ן zu 3. M. 1, 16. Ferner Sebachim 85a, wo gelehrt wird, dass selbst die Eingeweide von פסולין, die gar nicht auf den Altar kommen, vom Unrat gereinigt werden müssen und wo es heisst: נקרבינהו בפרתייהו הקריבהו גא יוכו׳. Vgl. auch תוי׳ט Middoth a. a. O. Wohl findet sich an fünf Stellen in der Thora, dass auch der פרש verbrannt wurde, bei den פרים ושעירץ הנשרפץ und bei פדה אדומה, das geschah aber nicht auf dem Altar, sondern ausserhalb des Lagers am Schuttort der Asche resp. auf dem Oelberg•