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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 100

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 100)
Language
German
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8 zu stützen. In meiner Jugend schrieb ich an den Verfasser זצ״ל und bat ihn um Aufklärung. Ich bin noch heute im Besitze seiner Antwort, sie konnte mich von der Richtigkeit seiner Auffassung nicht überzeugen. 5. Anschliessend daran will ich noch zwei weitere Notizen zu diesem Thema hinzufügen. In dem סדור דרך החיים, der, ich glaube, zuerst im Jahre תרכ״ב in Wien erschien, und ebenso in den nachfolgenden Auflagen, steht zu den Worten חמר חווריין עתיק eine Conjektur des damaligen Wiener Oberrabbiners. Er betrachtet das Wort חווריין als Com^ positum von ״ חוורweiss“ und ״ ייןWein“ und wundert sich, w ozu noch einmal חמר steht, was doch ebenfalls ״Wein“ bedeutet. Er macht daher den Vorschlag, statt חמר lieber חמר zu lesen, womit die Baraitha das Quantum angeben wolle, wieviel vom ״Weisswein“ genommen wurde. Er schliesst mit dem hübschen Wortspiel: .ותהי לנו החמר לח??ר Ich erinnere mich, diese Conjektur in einem alten Folio^ machsor gelesen zu haben, wo sie aber zurückgewiesen wird. Und das mit Recht. Chomer ist ein Mass für Trockenes und nicht für Flüssigkeiten; Chomer ist ferner 30 Seah, also 3/4 von dem Mass einer .מקוד, sicherlich reichlich zuviel für das Einweichen des צפורן, wo von יין קפריסין drei Seah und drei Kab genügte; Weisser Wein heisst auch nicht חווריין, sondern יין חוור. Uebrigens kommt derselbe Ausdruck auch B. Bathra 97 b vor, wo an eine solche Conjektur nicht zu denken ist. In Wahrheit ist חמר חוורין, wenn es mit vokalischem Jod gelesen werden soll, Hauranwein, wie die meisten Erklärer annehmen; oder es wird mit konsonantischem Jod gelesen, dann ist es eine Art Intensivum ״sehr weisser Wein“, wie Tossaphoth B. Bathra 97 b erklären. Emden dagegen meint, die Endsilbe bedeute eine Abschwächung, wie אדמדם und dgl. Das ist aber auch gegen die Ansicht des Sifra, der in solchen Formen Intensiva erblickt. Jedenfalls ist die LA חוורין durch sämtliche Texteszeugen gesichert und es ist m. E. nicht wohl getan, wenn im Siddur עבודת ישראל von Baer die leichtere LA חמר חור vorgezogen wurde.

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