Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 94)
- Language
- German
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2 Die Rechnung will aber nicht stimmen. Ein halbes Jahresquantum beträgt 184 M — die Hälfte von 368 —, während die drei für Jom Kippur reservierten M in 60 Jahren im ganzen, selbst wenn sie gar nicht benutzt worden wären, nur 180 M ausmachen würden, so dass noch immer die Zahl 184 nicht erreicht wäre. Dazu kommen noch zwei weitere Schwierigkeiten. Vgl. Tossaphot Kerithoth 6 b und Schitta Mekubezeth daselbst, ferner Tossaphoth Schebuoth 10 b. I. Das Sonnenjahr hat doch, rund gerechnet, sechs Stunden1) mehr als 365 Tage und das ergibt in vier Jahren einen ganzen Tag, in 60 Jahren 15 Tage; es entsteht demnach ein Mehrbedarf von 15 M. Diese müssen doch ebenfalls von dem Ueberrest abgezogen werden, so dass sich dieser ohnedies nicht ausreichende Rest noch um diese 15 M vermindert. Diese Frage liesse sich m. E. in einfacher Weise beantworten. Neben den 11 Spezereien, die zum eigentlichen Räucherwerk gehörten und die zusammen die Summe von 368 M ergeben, zählt die Baraitha noch einige Ingredienzien auf, die ebenfalls mitverwendet wurden: ein viertel Kab sodomitisches Salz, etwas בפת הירדן und מעלה עשן. Wenn diese auch nur sekundäre Bedeutung hatten und zu den סממנץ nicht zählten, so musste sich doch ihr Gewicht bei der Zusammensetzung geltend machen. Zugegeben dass die beiden letzteren mit ihrem כל שהוא nicht ins Gewicht fielen, so summierte sich doch das ״sodomitische Salz“ in vier Jahren zu einem ganzen Kab. Das spezifische Gewicht dieses Salzes war doch sicherlich ein vielfach grösseres als das der meisten Spezereien, sodass ein Kab davon wohl ungefähr das Gewicht einer ganzen M haben konnte, wenn auch eine M des gestossenen Räucherwerkes ein weit grösseres Volumen als ein Kab gehabt haben muss, wie weiterhin gezeigt werden soll. Wir hätten demnach für je vier Jahre einen Gewichtszuwachs von ungefähr einer M herausgefunden, der für den alle vier Jahre hinzukommenden Schalttag des Sonnenjahres hingereicht hat. Die Baraitha zählt auf ein Jahr nur 365 Tage und ignoriert den Bruchteil von einigen Stunden und ebenso rechnet %) Genauer: 5 Stunden 55 Min. 25 Sek. nach R. Adda.