Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
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Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud*). Vou Rabbiner Dr. H. Ehrentreu in München* XXXIX. 1. Die Talmudstelle Kerithoth 6 b und Jerusehalmi Joma 4, 5: ״ אחת לששים או לשבעים שנה היתד. באה של שירים לחצאיןNach 60 oder 70 Jahren ergaben die Eeste ein halbes Jahresquantum* hat schon die Eischonim vielfach beschäftigt. Der Sachverhalt ist folgender: Die 11 Spezereien des Eäucherwerkes, wie sie in der dort!־ gen Baraitha und ebenso in unserem Siddur aufgerechnet werden, ergeben ein Gewichtsquantum vou 368 1מנה)* Davon wurden 365 M an den 365 Tagen des Jahres, je eine halbe M morgens und abends dargebracht. Yon den noch übrigen drei M hat der Hohepriester am Jom Kippur מלא הפניו für die הקטרה im Allerheiligsten genommen♦ Da aber diese חפינה bei weitem keine drei M ausmachte, so blieb noch ein erheblicher Eest davon zurück. Dieser Eest vermehrte sich von Jahr zu Jahr, sodass sich im Laufe von 60 bis 70 Jahren ein halbes Jahresquantum ansammelte2). Nach Ablauf einer solchen Periode von 60 bis 70 Jahren hat man am ersten Nissan, statt wie gewöhnlich ein ganzes Jahresquantum, nur ein halbes neu hergestellt. Das besagen die obigen Worte. *) Vgl. Jahrbuch IV, 141—168, VI, 55—104 und VIII, 1—34. 0 Für •מנד gebrauche ich im folgenden die Abkürzung M. 2) Das ist aber nicht so zu verstehen, dass die Reste selbst so lange aufbewahrt wurden, sondern der Rest vom ersten Jahre vermehrte und vergrösserte das nächste Jahresquantum, sodass sich dann am Ende des folgenden Jahres ein doppelter Ueberschuss ergab u* s. w. für die folgenden Jahre. Jahrbuch J. L. G. IX 1