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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 560

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 560)
Language
German
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442 gestellt hatte. Seine Angabe, daß diese kleine Gemeinde für Pommern bereits eine bedeutendere Judensiedlung war, bestätigt sich, wenn man die Statistik der Judenschaften Pommerns vergleicht, die demnächst an anderer Stelle veröffentlicht wird. Er spricht von 15 jüdischen Haushaltungen in Greifenhagen, was auch den statistischen Angaben insofern ganz entspricht, als die Stadt 1782 unter 2762 Einwohnern 83, 1794 unter 2927 Einwohnern 86 Juden zählte. Während seiner dortigen Anwesenheit wurde die Synagoge zum großen Teil durch seine Mitwirkung erbaut. Leider konnte durch Nachfrage nicht festgestellt werden, wann die Synagoge erbaut ist, so daß sein dortiger Aufenthalt nicht ganz einwandfrei und sicher festgestellt werden kann. Eine Bailinschrift fehlt in der Synagoge. Die im Gesamtarchiv der deutschen Juden gesammelten Akten geben hierüber keine Auskunft. Doch gehen wir nicht fehl, wenn wir den Greifenhagener Amtsaufenthalt Wasserzngs ungefähr um das Jahr 1780 annehmen. Es ist das die ausgehende fridericianische Zeit, die trotz ihrer großen politischen Erfolge für Preußen keineswegs wirtschaftlich einen Aufschwung bedeutete, vielmehr die Untertanen aufs schlimmste bedrängte und niederdrückte. Ganz besonders äußerte sich das bei Steuerverhältnissen. Dazu kam, daß die Waren aus einer Provinz des sehr wenig zusammenhängenden preußischen Staates oft nicht in die andere eingeführt werden durften. Daraus entwickelten sich die unerquicklichsten Zustände. Wenn man die Akziseverhältnisse unter der Begierung Friedrichs II. einigermaßen kennt und zugleich im Auge behält, daß der wirtschaftliche Druck ein so großer war, daß allein der Schleichhandel und die Einfuhr verbotener Waren eine gewisse Erleichterung boten, so begreift man, daß auch ehrliche Leute keineswegs sich davon zurückhielten, den Entdeckung fürchtenden Schmugglern Vorschub zu leisten und sie mit Bat und Tat zu unterstützen. Waren doch allein nur deshalb 480— 490 Artikel nicht akzisepflichtig, weil der König sie zum Schutze seiner Fabriken ein für alle Male verboten hatte. Die Steuerbeamten waren rücksichtslos und galten allen Angehörigen der nicht priviligierten Stände als der gemeinsame Feind. ״Zu jeder Stande bei Tag und bei Nacht drangen Zoll- und Akzisebediente

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