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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 559

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 559)
Language
German
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441 Posen gebürtig war and als ״Translateur“ nach Plock kam, das damals preußisch war und jetzt zum russischen Teile Polens gehört. In Plock ist der Verfasser dieser Memoiren auch gestorben und hat dort seine Grabstätte gefunden. Mosche Wasserzug war der Sohn eines ursprünglich wohlhabenden Kaufmanns aus Schokken. Seine Mutter war aus dem nicht sehr fernen Wronke. Er erhielt als Kind eine vor* zügliche jüdische Bildung im Bahnten der Zeit und des Landes. Als ihn die Verhältnisse zwangen seinen Wollhandel aufzugeben, ließ er sich in Posen als Schochet und jüdischer Lehrer ausbilden und ging nach Frankfurt a. 0., um sich auf der Messe eine Stelle zu suchen. Er bestätigt damit von der Seite eines Stellungsuchenden das Bild, das Heymann in seinem unverwüstlichen Humor von der Seite jenes Vorstandes gegeben hat, der auf der Frankfurter Margarethen-Messe sich einen Kultusbeamten engagiert. Ebenso wie dort der Strausberger Vorstand sich unter der Zahl der sich dort einfindenden Individuen einen Lehrer sucht, so geht Mosche Wasserzug, nachdem er vom Posener Babbinat das Diplom als einwandfreier Schochet erhalten hat, nach Frankfurt a. 0., weil er ebenfalls weiß, daß brauchgemäß die Vorstände der kleinen Gemeinden dort auf der Messe sich ihre Kultusbeamten holen 1). Auch stimmt es in beiden Schriften überein, daß der neue Kultusbeamte erst nach den hohen Feiertagen sein Amt antritt. Hier wie dort benutzt der neue Gemeindeangestellte den günstigen Umstand dieses Antrittstermins dazu, erst noch in einer kleinen, ganz kleinen Gemeinde an den hohen Feiertagen Mnßaph vorzubeten, um sich damit einige Taler extra zu verdienen. Körlin an der Persante, wo Mosche Wasserzug zu Bosch-haschschana und Jom-Kippur Mußaph vorbetet, hatte im Jahre 1782 nur 33, im Jahre 1794 gar nur 10 jüdische Seelen. Auf dem Wege dorthin besuchte er auch noch Berlin, wo er einen merkwürdigen Einblick in eine Streitigkeit zwischen dem Ortsrabbinat und den Gemeindeältesten bekommt, die wegen der Neubestallung eines Schochet in Zwiespalt geraten sind. Nach einer kuriosen Post- und Wanderfahrt kommt er von Körlin nach Greifenhagen, dessen jüdische Gemeinde ihn als Beamten an- 1l Ebenda S- IS u. 48 ff.

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