Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 550)
- Language
- German
- Belongs to
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Joseph Kara’s Kommentar zum II. Buch Samuel*) Von Rabbiner Dr. S. Eppenstein in Briesen. Der diesmal zur Veröffentlichung gelangende Kara-Commentar zum II. Buch Samuel trägt denselben Character wie der zum ersten Buche. Auch hier gewahren wir eine bis ins einzelste dringende, liebevolle Behandlung des Textes und des Zusammenhanges, die Kara in die erste Reihe der Exegeten stellt, daneben aber auch eine vielfache Berücksichtigung von Midraschim, die uns hier zum Teil in einer ganz anderen Fassung als in den uns zugänglichen Ausgaben geboten werden, wie das aus manchen Anmerkungen zu unserer Edition hervorgeht. Ob unserem Autor noch andere Quellen Vorgelegen haben, oder ob er mit dem Text der Agadas frei geschaltet, müssen wir dahingestellt sein lassen. So gern Kara nun in diesem Kommentar Midraschim anführt, so lehnt er dennoch darin enthaltene Deutungen ab, wenn sie ihm sachlich unwahrscheinlich sind, so zum Beispiel zu 12, 30, wo das gewaltige Gewicht von Davids Helm erwähnt wird, und der Midrasch die Möglichkeit, eine solche Last zu ertragen, damit erklärt, dass dies mit Hilfe eines Magneten (אבן שואבת) geschah. Dagegen wendet sich nun unser Commentator, der es einfach als Zeichen der grossen körperlichen Kraft Davids auffasst, mit der Bemerkung: ״Die Agada deutet es zwar anders, aber es kann dies keine Befriedigung gewähren; so will ich denn von der Mitteilung dieser Erklärung Abstand nehmen, damit nicht durch diese unnütze Arbeit Tinte vergossen und Federn zerbrochen werden“. Zu erwähnen ist nur noch betreff des Charakters des vorliegenden Commentars, dass sich in demselben, wie aus den in *) Siehe hebr. Abtlg., S. 1—23.