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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 547

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 547)
Language
German
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429 welche die Mehrzahl seiner Bevölkernng ausmachen; es ist be» kannt, wie langsam diese Erkenntnis vordringt. Für die blinde Masse, wie man sie nannte, gab es keinen Weg zu höheren Berufen; bei den Juden existierte solche blinde Masse kaum. Neben der geistigen Ausbildung sind der strenge Bahetag, die Sittlichkeit, die Yolksgesundheit zu nennen, alles Dinge, die für die Erfolge des Kaufmanns schwer in die Wagschale fallen. Vom Buhetag wurde schon gesagt, dass ihm die Engländer viel von dem verdanken, was sie als Kaufleute erreichten. Für die Juden gibt dies auch Sombart zu. Alle freien Berufe, in denen kein Vorgesetzter zur Erfüllung der Pflicht antreibt, erfordern doppelt einen ausgeruhten und gesunden Körper, damit sich dasMass von Energie entwickle, das zur Erreichung des vorgesteckten Zieles erforderlich ist. Soviel Vorteile heutzutage die Sonntagsruhe auch bringen mag, man kann nicht von ihr sagen, dass sie Gewähr dafür bietet, dass am Montag mit frischen Kräften die Arbeit aufgenommen wird. Die ungebildeten Klassen wissen vielfach ihre freie Zeit nicht besser zu verwerten, als durch Hingabe an Trunk und Spiel. Die Folge ist dann ein Montag, an welchem das Tagewerk mit müdem Kopf und Gliedern verrichtet wird. Von einer der Werktagsarbeit nützlichen Erquickung ist wenig zu merken, eher das Gegenteil. Ancb diejenigen, die sich den vielfältigen gesundheitsförderlichen, doch anstrengenden Unterhaltungen am arbeitsfreien Tage hingeben, werden am Tag darauf nicht genügend ausgeruht ans Werk gehen können. Wieder ist es das Thorastudium, das den Buhetag der Juden auch in dieser Beziehung emporhebt. Gerade die Volksmassen, denen am Werktag ihre Arbeit nicht genügend Müsse zum ״Lernen“ liess, sie drängten sich in die Lehrhäuser, um anziehenden und leicht verständlichen Vorträgen über Ausübung der Beligionsgesetze und Moral zu lauschen. Die freie Zeit des Buhetags nützte man zu geistiger Anregung. Wenn sonst in dem arbeitsfreien Tage für die unteren Klassen anderer Völker die Anregung liegt, ihn gesundheit- und vermögenzerstörenden Dingen zu widmen, so wirkte der Buhetag veredelnd auf alle Schichten der jüdischen Gemeinschaft. Anstrengende Vergnügungen sind meist durch die Sabbathvorschriften ausgeschlossen nnd so trat der Jude gesund an Geist und Körper, erfrischt and erholt

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