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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 543

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 543)
Language
German
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425 Däs vor körperlicher Arbeit zurückschreckende Nomadenblut soll sie selbst in Palästina und Babylonien dazu geführt haben, Frohn- ־Wirtschaft zu treiben und durch Fremde ihr Ackerland bearbeiten zu lassen. Wir haben nicht nötig, selbst die ßibelstellen, die dem widersprechen, zu sammeln; in dem Buche von F. Buhl, ״Die sozialen Verhältnisse der Israeliten“, worin sich nach Sombarts eigenen Worten das Beste noch über die sozialökonomischen Zustände im alten Palästina finden soll, lesen wir eine kurze Zusammenstellung: ״Saul der designierte König von Israel kommt Abends mit seinen Pflugochsen vom Felde zurück (1 Sam. 11,5) Elisa, dessen wohlhabender Vater seine Felder mit 12 Ochsengespannen pflügen lässt, lenkt selbst eines von diesen, als Elia zu ihm kommt und ihn aufiordert, ihm zu folgen (1 Kg. 19,19). Der reiche Mann in Sunem, von dessen Frau öfters die Bede wär, befindet sich selbst bei den Schnittern auf dem Felde (2 Kg. 4,18). Ebenso Boas, der Nachts auf der Tenne schläft, um die Getreidehaufen zu bewachen (Ruth 3, 7)“ —. Der Verfasser lässt die Hebräer in das Land Kanaan einbrechen und beschliessen, ״hier von ihrem ewigen Wandern auszuruhen. Das heisst, nichts zu tun und die stammeingesessene Bevölkerung für sich arbeiten zu lassen“. Dass die landeingesessene Bevölkerung ausgerottet wurde und die verschonten Gibeoniten als Holzhauer und Wasserträger in den Dienst der Stiftshüite gestellt wurden, stört grosse Geister nicht. Die Zusicherung von Deut. 6,10.11. wonach Israel bei der Eroberung des Landes geschenkt werden: ״Grosse und schöne Städte, welche Du nicht gebaut und Häuser voll von allem Gut, die Du nicht gefüllt, usw.“, soll einen Beweis für die Untätigkeit beim Besitz des Landes und das Arbeitenlassen der Eingeborenen sein. Als weiteres Lehrbeispiel, wie der Verfasser sich nicht scheut, seinen Lesern Sand in die Augen zu streuen, führe ich den vom Stammgebiet Judas handelnden Satz an: ״die Naturbedingungen des Landes gestatteten nur die Viehzucht. ״Weiss sind Judas Zähne von Milch“. Er verlässt sich darauf, dass der Leser diesen Halbvers aus dem Segen Jakobs für Juda nicht nachschlagen wird. Es heisst dort ״und weiss die Zähne von Milch“ (Gen. 49,12). Aber sowohl die erste Vershälfle, als auch der vorhergehende Vers betonen mit drei Bildern den gesegneten Weinbau Judas. — Wie vom

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