Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 541)
- Language
- German
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423 Abhandlungen seines Buches erregt sich der Verfasser über den Keichtum der Juden. In der letzten derselben beginnt der Reich« tum mit Salomo, wobei die Möglichkeit offen gelassen wird, dass dieser schon seinen Reichtum aus glücklichen Geschäften aufgebaut habe. Wir bemerken nur, dass die vielen glücklichen Kriege Davids und die lange Friedensepoche unter Salomo den Reichtum dieses Königs erklärlich macht. Wenn in der jüdischen Geschichte, wie in der von Athen, einmal von einem Zuruf des Volkes ״aus Gold und Elfenbein“ die Rede wäre, welch langatmige Betrachtung über den auffälligen jüdischen Reichtum eines solchen Zeitalters, müssten wir dann über uns ergehen lassen. ״Auffallend ist die grosse Anzahl reicher und sehr reicher Männer unter den Talmudisten. Es lässt sich mühelos eine Liste von mehreren Dutzend Rabbinen aufstellen, denen ein grosser Reichtum nachgerühmt wurde“. Wir erinnern demgegenüber nur daran, das zwischen Hillel und dem Abschluss des Talmuds mehr als 500 Jahre liegen; ist es da irgendwie auffallend, dass unter den Hunderten von Gelehrten, deren Namen und Aussprüche uns auf bewahrt werden, während dieses langen Zeitraums, sagen wir, 36 Reiche sich finden lassen. Eilen wir jetzt, um uns noch das Schlusskapitel ״Das Schicksal des jüdischen Volkes“ etwas anzusehen. Unser Verfasser findet für dieses Kapitel eine sehr schöne Ausdrucksweise, ist jedoch unter der glühenden Wüstensonne, deren Strahlen er sich in seiner Phantasie aussetzt, um das ewige Nomadentum der Juden schildern zu können, recht spasshaft geworden. Eine bewundernswert schöne Diktion müssen wir überhaupt unserem Buche zusprechen. Der Verfasser erscheint uns darin als sehr beredter Advokat, der es versteht, das Unwahrscheinlichste wahrscheinlich zu machen, um den nicht juristisch gebildeten und mit der Materie wenig vertrauten Zuhörern, was er nur will, plausibel zu machen. Aus diesem Gruiide halte ich es auch für nötig, dem Verfasser eine eingehende Entgegnung zu widmen. Es ist leider anzunebmen, dass unter seinen Lesern nicht allzu viele sind, die in Talmudicis Bescheid wissen, auch die Zahl derer wird nicht allzugross sein, die, ungeachtet der vielen Literaturvereine, über mehr als ober- Sächliche Kenntnis der jüdischen Geschichte verfügen. Wenn nun solche Leser die Beredsamkeit eines Sombart auf sich ein-