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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 531

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 531)
Language
German
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413 Fiankfurter Bankiers aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts: ״Wir sind alle Akademiker“. Für jeden Beruf, der Anforderungen an den Geist stellte, mussten daher die Juden mit ihrer geschulten Denkkraft, sobald man sie nur zuiiess, eine uuverhälfcnismässig grosse Zahl von Arbeitern stellen. In den Zeiten, da ihnen mit Ausnahme der Medicin jeder geistige Beruf, der das Gebiet seiner Betätigung nicht im Innern der jüdischen Gemeinden fand, verschlossen blieb, war es natürlich, dass diese Talente, sich dem Handelsstand zuwendend, bald auf dem Gebiete des Grosshandels ihre Verstandeskraft zu erproben und anzuwenden suchten. Da nun die fähigen geistigen Arbeiter der cichtjüdischen Bevölkerung, die dabei nur aus einem kleinen Bruchteil der Einwohnerschaft genommen werden konnten, für kirchliche, staatliche, richterliche und militärische Berufe zum allergrössten Teil absorbiert wurden, so kam es von selbst, dass die jüdische Intelligenz im Grosshandel eine dominierende Stellung einnahm. Damit in erster Linie erklärt sich das, was man aus dem Erfolg heraus als eine besondere Befähigung des Juden zum Kapitalismus ansieht. Auch dass seit der Emanzipation in den wenigen Berufen für geistige Arbeiter, in die man ohne behördliche Berufung eintreten kann, wie die Advokatur und der Journalismus, Juden hervorragen, hat denselben Grund. Man könnte sich die Mühe sparen, lange und umständlich herumzutüfteln, welche Eignung denn der Jude von Haus aus gerade für diese Berufe mitbringt? Sombart übersieht, wie es dann und wann bei Wissenschaft״ licher Forschung passiert, das Naheliegende und destilliert sich mühevoll eine jüdische Eigenart, wie er sie für seine Zwecke benötigt. Es genügt ihm nicht, die von ihm erkannte eminente Geisteskraft der Juden als solche zu berücksichtigen, er sucht nach den Schattenseiten, spricht den Juden eine ״überragende Geistigkeit“ zu, und späht nach anderen Eigenschaften, welche ihnen fehlen oder durch diese ״überragende Geistigkeit“ verkümmert sein sollen. Zunächst dichtet er den Juden auf Grund ihrer ״überragenden Geistigkeit“ eine Scheu vor körperlicher Anstrengung an und eine Vernachlässigung der Berufe, ״die geringere oder höhere Ansprüche an physische Leistungen stellten“. Sombart kennt immer nur die in ihren Büros sitzenden Berliner leitenden Kauf-

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