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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 522

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 522)
Language
German
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404 Buche zusammengetragen werden und von denen der eine lautet: ״aber das Haus des Gerechten wird gesegnet“, können wir durchaus nicht als Einlösung des Versprechens gelten lassen, uns gerade dieses Buch als ein hervorragend reichtumfreundliches zu zeigen. Dabei muss der Verfasser zugeben, dass die Proverbien wiederholt vor den Gefahren des Reichtums warnen. Die ganze Betrachtung über den ״Bewährungsgedanken“ beweist nichts für das aus der Religion herzuleitende Streben der Juden, Vermögen zu erlangen. Dieses Streben ist bei allen Menschen in gleichem Masse so stark, dass es an und für sich gleichgiltig sein kann, ob dazu noch ein religioser Antrieb sich gesellt oder nicht. Tatsächlich ist im Judentum ein derartiger religiöser Antrieb nicht vorhanden. Einem Witzwort kommt es gleich, wenn den Juden ein Vorsprung bezüglich der Freude am Reichtum vor den Christen deshalb zuerkannt wird, weil diesen wegen einiger vermögensfeindlicher Aeusserungen des Urchristentums ״der gewerbliche Erfolg auf der Seele brenne“. Beispiele von normal denkenden Christen bei denen durch den Reichtum an sich Gewissensbisse ausgelöst wurden, werden sich schon deshalb nicht herbeibringen lassen, weil sie ja nicht allein die Proverbien, sondern auch das Buch des nach Sombart hervorragendsten Lobredners des Reichtums, die Sprüche des Sirach, zur Bibel rechnen. Auch der nächste Aufsatz ״die Rationalisierung des Lebens“ der Fromer’sche Anschauungen zum Ueberdruss weiter ausspinnt, ist mit wenigen Worten zu erledigen. Sombart trägt folgende absonderliche Lehre vor: ״Damit der Kapitalismus sich entfalten konnte, mussten dem naturalen, dem triebhaften Menschen erst alle Knochen im Leibe zerbrochen werden, musste erst ein spezifisch rationale Lebensmechanismus an die Stelle des urwüchsigen originalen Lebens gesetzt werden, musste erst gleichsam ein Umkehrung aller Lebensbewertung und Lebensbedenkung eintreten.“ Die in diesem Satze dem Kapitalismus zugeschriebene Eigenschaft muss natürlich auch der jüdische Träger des Kapitalismus haben und bei ihm wieder ist diese Naturfeindlichkeit aus der Religion abzuleiten. Dass der Jude lebens- und genussfroh ist, lässt sich nicht leugnen; da aber das Judentum das Wesen des Menschen emporheben will und zeigt, wie selbst das materielle Gemessen idealisiert und in den Dienst des Schöpfers gestellt

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