Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 519)
- Language
- German
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401 Ausspruch sagt das aber nicht. Man vergleiche die Mischna, und benutze meinetwegen dazu, das was in unserem Buche daraus angeführt wird. Aus einer wunderschönen Erzählung von Mar Ukba (Kethuboth 67 b) scheut er sich nicht, eine Belegstelle für das Rechnungs- und Gescbäftsmässige im Judentum zu construieren. Wir übersetzen: ״Als er, Mar Ukba, dem Tode nahe war, sagte er, bringt mir meine Rechnungen von Almosen. Es fand sich, dass darin 7000 Denare von Sianki verzeichnet waren, da sagte er: ״mein Mundvorrat ist wenig und die Reise ist gross“ und gab dann die Hälfte seines Vermögens her“. Mann lese S. 246 unseres Buches nach, was dort aus dieser Erzählung gemacht wird, und spreche dann selbst das Urteil. Man lese auch S. 248, dort findet sich die sonderbare Behauptung: ״Man warnt vor dem ״Gelüst“, aber man versucht das Gelüst dadurch zu bekämpfen, dass man es auf den Gelderwerb gleichsam ablenkt“. Als Beleg wird Hirsch, Choreb § 105 zitiert, der zugleich ״eine ganz eigentümliche Hochbewertung gerade des Gelderwerbs“ zeigen soll. Was Sombart von dem § 105 zitiert sagt das freilich nicht, der von ihm aber weggelassene Schlussatz des Paragrafen besagt gerade das Gegenteil. Dieser Satz der sich an das Zitat anschliesst, lautet: ״Nur so wird Genügsamkeit und Zufriedenheit und somit Glück und Tugend dein Los; — du bleibst heiter und gut in jeder Lebenslage bei und mit jedem Mass von Gütern und Genüssen heiter und gut.“ Man kann sich für den Verfasser freuen, der bis jetzt nur durch Herausfischen von im weiten Gebiet des Talmuds vereinzelt sich findenden Stellen und durch deren Verdrehung und Verrenkung ihn selbst nicht recht befriedigende Beweise für das ״Erwerbsprinzip“ mit mühevoller Arbeit herbeibringen konnte, dass er endlich einmal Evqvjxu ausrufen kann. Er stösst auf die״Ver- Steigerung der Thoraämter an den Meistbietenden.“ Denkt euch eine Versteigerung! Sofort ist er da, ״um von einer eigentümliehen Gestaltung des jüdischen Gottesdienstes“ zu sprechen, ״die sich in wichtigen Abschnitten, wie man weiss, zu einer förmlichen Auktion auswächst.“ Ja, Herr Sombart, wir fügen noch hinzu, dass diese merkwürdige Auktion in der Synagoge, während einer Pause des Gebets, sich auf einen Halbvers in denselben Prover-