Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 511)
- Language
- German
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393 hänglichkeit dem Staate gegenüber, dass sie von keiner Bevölkerungsklasse übertroffen wurden. Jedes Blatt der jüdischen Exilsgeschichte liefert dafür Beispiele. Den Grund zum Ruhme des Hauses Rothschild legte gerade ihre Treue dem Kurfürsten von Hessen gegenüber, trotz der grössten Schwierigkeiten und Gefahren, die sie in den Jahren napoleonischer Macht deshalb auf sich nehmen mussten; auch das mannhafte Eintreten Meyer Karl von Rothschilds für die Interessen Frankfurts im Jahre 1866 ist eine bekannte Tatsache. Dass die Rothschilds sich in den Residenzen der europäischen Grossmächte ansässig machten und diese bedienten, liegt im Wesen des internationalen grosszügigen Effektengeschäfts, dem der Einzelstaat zu klein wird. Wer von der internationalen Arbeit jüdischer Grossbanken auf Gleichgültigkeit der Juden gegen ihren Staat schliessen will, dem liegt der Trug- Schluss nicht fern, geniale Feldherren seien ihrem Heimatsstaat gegenüber gleichgültig, weil einige der hervorragendsten militärischen Genies, von denen die Geschichte weiss, — wir erinnern nur an Prinz Eugen — in fremde Dienste traten, da man ihnen im Heimatland die für die Entfaltung ihrer Gaben nötige Stellung verweigerte. Dass die Juden, einmal auf das Handelsgebiet gedrängt, sich hier bewährten, wie sie es auf anderen Gebieten ebenso getan hätten, wenn man sie nur zugelassen, kann nicht auffallen. Das Ziel des Handels ist Erwerb und die Erreichung dieses Zieles seitens der Juden wird dadurch dokumentiert, dass eine Reihe genialer Kaufleute jüdischen Stammes es zu Reichtum brachte. Zu den statistischen Tafeln über die Steuerkraft der Juden in den grossen preussischen Städten bemerke ich nur, dass es erstens belehrender gewesen wäre, das Verhältnis der Gesamtsumme der preussischen Steuern zu der der jüdischen Einwohner zu erfahren; und dann, dass der Betrag der jüdischen Steuern kein ausreichendes Bild von dem Verhältnis ihres Vermögens zu dem der anderen Bevölkerung ergibt, da sie ja gerade als Kaufleute durch die gewerblichen Abgaben höhere Gesamtstenern zahlen als andere Bevölkerungsgruppen. Halten wir uns nicht länger bei den Umständen auf, die nach Sombart unsere objektive Eignung zum Kapitalismus zeigen. Zwischen objektive und subjektive Eignung stellt er die sich