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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 508

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 508)
Language
German
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390 und Wandel, ist darum ein Wohltäter seiner Mitwelt; und die Juden können stolz darauf sein, wenn man ihnen zugesteht, dass sie hier an erster Stelle stehen oder in kritischer Zeit gestanden haben. Ob Sombart uns bei seiner Stellung zum Kapitalismus mit dem Einräumen dieser ersten Stelle ein Kompliment machen will, bleibe unbesprochen und fällt wenig in die Wagschale dem Umstand gegenüber, dass er das Vorwiegen jüdischen Könnens und jüdischen Einflusses in der modernen Volkswirtschaft aus Gründen herleitet, die zu allem anderen eher führen können als zur erhöhten Wertschätzung des jüdischen Glaubensbekenntnisses und seiner Träger. In unserem Buche wird zwischen objektiver und subjektiver Eignung zum Kapitalismus unterschieden. Die objektive Eignung sieht der Verfasser in vier Umständen, in der räumlichen Verbreitung, in der Fremdheit, im Halbbürgertum, im Reichtum der Juden. Die drei ersten Momente sind zuzugeben, bei dem vierten wird in gewisser Beziehung Wirkung mit Ursache verwechselt. Der Reichtum eines kleinen Bruchteils der Juden ist eine Folge ihrer Befähigung zum Wirtschaften und bildet naturgemäss eine Staffel zu weiteren Erfolgen. Bei den Ausführungen über die räumliche Verbreitung stösst Sombart schon an die Klippe, die seiner Darlegung zum Nachteil gereichte, gemeint ist der sich häufig wiederholende Versuch, aus der Zusammenstellung Willkürlieh herausgegriffener, bestehender oder bloss angenommener Tatsachen zu zeigen, dass die Betätigung des Judentums im Wirtschaftsleben des Altertums der in Mittelalter und Neuzeit congruent sei. Findet er einige Vertrauensmäuner der Fürsten, welche durch Sprachkenntnisse und Vertrautheit mit fremden Ländern sich eine hohe Stellung erworben haben, so muss das Altertum hier natürlich auch solche Beispiele kennen. Er scheut sich nicht, bis auf Josef in Aegypten zurückzugehen, der als aus fremdem, wenn auch nicht fernem, Lande geraubter Sklave, mit fremden Kulturen vertraut war. Es ist gar merkwürdig, dass so wenige von den aus anderen Ländern stammenden und fremde Sprachen beherrschenden Sklaven des Altertums einen ähnlichen Aufstieg wie Josef erleben durften. Von der phänomenalen Sprachbegabung, die der Talmud dem Josef zuschreibt, weiss oder hält wohl der Verfasser nichts, er unterlässt es darauf hinzuweisen. Das zweite

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