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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 487

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 487)
Language
German
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…/3486266-3486281--3421-3489787
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3ß9 zweiten Falle (Jebam. 11) schränkt der דוש den Bereich des פשט bereits wesentlich ein: gilt der דרש als richtig, so erstreckt sich das Stigma der טומאה mit all seinen Folgen nur auf die Ehe* brecherin (.סוטר) und nicht auf die Wiedergeheiratete (מחדר גרושתו). Endlich im letzten Falle ist für den פשט neben dem דרש überhaupt kein Baum: bezieht das הבכור sich nicht auf das präsumtive Kind, sondern auf den ältesten Bruder, so erhält der ganze Satz dadurch eine Bichtung, die an keiner Stelle sich mehr mit der Auffassung des פשט berührt. Die Constellation im 2. und 8. Falle wird von der Gemarah als Ausnahme angesehen, d. h. also, dass die draschische Aus• legung, die den פשט ganz oder teilweise eliminiert, als ein Verstoss gegen die Begel אין. מקרא יוצא מידי פשוטו anzusehen ist. Demnach bedeutet diese Begel, dass das reguläre Verhältnis zwischen den beiden Auslegungsformen so ist, dass der דרש zwar über den פשט hinausgeht, aber ohne ihn umzustossen oder zu übersehen. Das ist übrigens auch der einfache Wortsinn: der Vers entzieht sich nicht den Händen des פשט; mit anderen Worten: der דרש muss darauf Bücksicht nehmen, dass neben ihm für jenen Baum bleibt. Die landläufige Vorstellung, als sollte der Lehrsatz אמימ״ם den Konfliktszustand zwischen den beiden Auslegungsformen betonen und dem פשט in diesen Fällen das Uebergewicht über den דרש sichern, ist daher unhaltbar und stellt den Sinn geradezu auf den Kopf. Sieht man recht zu, so findet diese Auslegung ihren Ausdruck schon bei Baschi. Nur an einer Stelle (Jebam. 24 a) erklärt Baschi überhaupt den Satz; seine Worte (ד״ה אין מקרא) lauten: ואע״ג דדרשינן ליה לדרשא מידי פשוטו מיהו לא נפיק לגמרי, worin man unschwer obigen Sinn wiederfinden kann. Aber mit voller Schärfe drückt den Gedanken, worauf an der oben erwähnten Stelle hingewiesen zu haben, das Verdienst von B. Hirsch Cluyes^T ist, der רמבץ in seinem Commentar zum םי המצות להרמב״ם (Amsterdam 1760 S. 21b) aus: וחס ושלום בי המדרשים בולם בענין המצות אין בהם מקרא יוצא להם מידי פשוטו אלא כולם בלשון הכתוב נכללים אע״פי שהם מרבים ברברס ואין מדרש כבוד תלמידי חכמים מלשון את ד׳ ונו׳ מוציא הכתוב מפשוטו ובן אם נאמר בבי יקח איש אשה שהוא בכסף אינו מוציא ממשמעו ופשוטו ולא כל אתיץ ונמין ריבדן ואכי־ן ורקי־ן מיעוטין ושאר המדרשים כולם אבל הכתוב יכלול הבל בי אין הפשט בלשון חסרי הדעת ולא כדעת הצדוקים כי ספר תורת■

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