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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 486

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 486)
Language
German
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808 den קנס ihr zuzusprechen. Nun widerspricht nebenbei dieser Erwägung allerdings die Betrachtung der Parallele bei der Verführten (מפותה), wo ebenfalls die Bedingung אשר לא ארשה in ,genau derselben Form wie hier erhoben wird (II. M. 22,15); und doch kann dort nur der Ausschluss des Vaters beabsichtigt sein, da sie selbst ja nie Anspruch auf קנס besitzt. Diese Schwierigkeit erhöht sich noch nach der anderen LA. in R. Akiba, wonach die Worte אשר לא ארשה gerade dazu stehen und dazu dienen sollen, um eine ג״ש zwischen מפותה und אנוסה herzustellen. Hier hilft aber der allerdings umstrittene Grundsatz דון מינה ואוקי באתרה., der hier um so gerechtfertigter erscheint, als bei der מפותה eine bereits vorangegangene, einmalige Antrauung ihr Verschulden, da sie doch bereits ״Wissend“ geworden ist, steigert und damit den Verführer, wenn auch nicht exkulpiert, so doch gegenüber der אנוסה weniger strafwürdig erscheinen lässt. — Fassen die bisher erörterten Anschauungen aber das Wort ארשה als verbalen Wert,? so nimmt die LA. der Baraitha es als Participium mit der Tendenz, die derzeitige ארוסה vom קנס auszuschliessen; und da dieses Ziel nicht ausreichend erscheint, um dafür allein mehrere Thoraworte in Anspruch zu nehmen, so dienen sie ausserdem noch der überlieferten .גזרה שוד. Auch hier handelt es sich also um den Satz 'אין מקרא יוצא מידי פשוטו, und zwar um die extremste Form, bei der der דרש den פשט nicht nur eliminieren will, sondern geradezu das Gegenteil von dessen Inhalt als richtig und geboten zu lehren scheint. ^Während daher in dem Falle des יבם sich Raba damit abfindef, dass hier der Satz אמימ״ם eine Durchbrechung erfährt, erscheint diese Möglichkeit der Gemarah in unserem Falle so völlig ausgeschlossen, dass sie sogar zu dem Auswege קרי ביה greift. Ueberblicken wir je tzt die drei Fälle, in denen die Gemarah den Grundsatz אין מקרא יוצא מידי פשוטו zur Sprache bringt, sor weisen dieselben eine Klimax auf. In dem ersten (Sabb. 68) steht ־פשט und דרש an sich unabhängig,neben einander; der mw liefert das Bild im Vergleiche, der דרש eruiert den in dem Bilde sich verbergenden Inhalt und zur Frage steht, ob auch aus dem Bilde Schlüsse sub specie aeferni gezogen werden können. In dem

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