Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 480)
- Language
- German
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362 גט בערב ובבקר היא שבה אליו). Diese Auffassung findet ihre Stütze im. dem Gebrauch des Hophal, die in den Gedanken den Nebenklang^ der soupgonierten, aber nicht unbedingten Eventualität hineinträgt;, (ähnlich so das Hophal וגנב II. M. 22, 6 : ״es ist angeblich gestöhlen worden“, vgl. meinen Aufsatz Jahrbuch I, 231), etwa im dem Sinne: ״nachdem die Gefahr naheliegt, dass sie befleckt worden ist“. Auf dieser Grundlage baut der דרש weiter. Die Thora hat, so geht sein Schluss, also schon die Möglichkeit״ dass die Ehescheidung als nur zum Scheine vorgenommen ungiltig wäre, für schwerwiegend genug erachtet, um daraufhin den ehelichen Verkehr der Geschiedenen mit ihrem zweiten Manne zu einer טומאה zu stigmatisieren, insoweit er geeignet ist, eine Wiederaufnahme der Beziehungen zu inhibieren. Dies, obschon die Ehescheidung im ersten wie im zweiten Falle sich korrekt an die dafür bestehenden Bestimmungen gehalten und daher formal weder gegen die zweite Heirat noch gegen die Wiederheirat Einwände zu erheben wären. Um wieviel mehr muss der ehebrecherische Verkehr einer Frau, bei dem das, was dort nur als Verdacht, als Möglichkeit gesetzt wird, vollendete Tatsache geworden ist, als טומאה schwerster Art imponieren und die Fort- Setzung des Ehelebens zwischen der Ehebrecherin und dem betrogenen Manne als תועבה erscheinen lassen! Dieser Schluss erscheint so zwingend, dass Bedenken von Seiten der Logik schwerlich gegen ihn zu erheben wären. Aber, der Lösung der Schwierigkeit, diesem logischen Schluss nun auch, in dem Wortlaut des Verses einen Platz zu erobern, führt diese־ Erkenntnis uns trotzdem nicht näher. Dahin führt aber ein anderer Weg. Bereiten die Worte אחרי אשר הוטמאה, wie dargetan, sachliche Schwierigkeiten, so droht von dem ersten Relativsätze אשר שלחה eine formale durch seine Ueberfiüssigkeit. Wer anders als der Mann, der ihr גט. gab, könnte denn בעלה הראשון genannt werden? Welcher mögliche Irrtum soll durch den Relativsatz ausgeschlossen werden? WilL man sich nicht selbsttäuscherisch mit der Phrase genügen lassen,, dass die Worte nur der grösseren Klarheit zuliebe dastehen, d. h. mit anderen Worten: ganz überflüssig sind, so ist man zu der; Annahme geradezu gezwungen, dass sie einem anderweitigem Zweck zu dienen bestimmt sind.