Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 476)
- Language
- German
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358 דיש den Vorrang einräumen. Aber die verwunderte Frage des R. Kahana beweist, dass die Ausdeutung des Verses im draschisehen Sinne, wonach er sich auf das Thorawort bezöge, so souverän, so sehr Allgemeingut war, dass es ganz undenkbar erscheinen musste, als könnte R. Elieser sich ihr entziehen wollen (vergl. Maharschah z. St.). Controvers kann also nur sein und ist nur das Mass des Einflusses, welches der einen oder der anderen Auslegung auf die Halachah, auf die Frage, ob Waffenstücke als תכשיטין im Sinne des Sabbathgesetzes anzusehen seien, einzuräumen sei; nicht aber, ob nur eine von beiden oder welche ihre Alleinberechtigung habe. Es ergibt sich also folgendes Sachbild : Beide Seiten stimmen darin überein, dass das Schwert in dem Verse als eine Manneszierde erscheint (פשט), sowie dass unter dem Schwerte hier nicht eine männermordende Waffe, sondern das lebenspendende Thorawort zu verstehen sei (דרש). Weiter aber schliesst R. Elieser so: Da im Bilde das Schwert Zier und Schmuck genannt wird, so folgt daraus für die allgemeine Anschauung von diesen Dingen, die ja für die Frage, ob תכשיט oder nicht, von wesentlichster Bedeutung ist, dass sie Waffenstücke nicht als Symbole der Unkultur ansah und verpönte. Dagegen sind die Chachomim der Meinung, der Psalmist habe für sein Bild den Vorwurf aus dem Leben, wie es ist, gewählt und ihm die lebenswahrsten Züge einverleibt, ohne damit aber für die Berechtigung jedes Zuges im Sinne ethischer Betrachtung und Be Wertung irgend etwas aussprechen zu wollen 1). Der Gedankengang des Disputs zwischen R. Kahana und Mar b. R. Huna ist also der, dass R. K. es unverständlich findet, dass man aus dem Verse überhaupt noch etwas herauslesen dürfe als, was der, allseits unbestrittene, דרש darin findet, nämlich die Mahnung an den König, durch eifriges, unablässig fortgesetztes Studium sich das Thorahwort so sicher zu eigen zu machen und diesen Besitz sich so parat zu halten, um darauf so fest zählen zu können, wie der Kriegsmann auf das Schwert an seiner Rechten. Das tertium comparationis ist für R. Kahana Alles an dem Vergleich; sein eigner Inhalt, losgelöst von seiner Bedeutung als l) Das ist zweifellos auch der Sinn der Worte des Maharschah (Chid. Agad. z. St.): דדאי הנמשל הוא ד״ת אבל המשל שהוא משמעות ופשוטו של קרא איירי בגבוד ממש דהדד לו ההדב על הירך.