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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 475

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 475)
Language
German
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…/3486266-3486281--3409-3489775
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ד35 Untersuchungen daraufhin befragt werden, was sie zu seinem Verständnis beizutragen haben, und erst dann der Versuch unternommen wird, aus dem Gemeinsamen in den Einzelergebnissen die Grundbedeutung zu erschlossen. Sind nun auch die Stellen, die für diese Untersuchungen zur Verfügung stehen, nicht zahlreich — drei —, so trifft es sich doch anderseits glücklich, dass zwei davon (Jebamoth 24 a und 11b) rein halachischen, die dritte homiletischen Charakter trägt, eine Constellation, welche also gestattet, sowohl auf dem Gebiete der Halachah wie auf dem der Agadah die Wesensbestimmungen des דוש und des פשט an Beispielen darzutun und ihr, in dem Satze אין מקרא יוצא מידי פשוטו negativ bestimmtes Verhältnis zu einander in eine positive Formel zu bringen. A. Zuerst die bereits kurz angeführte Stelle Sabb. 63 a. R. Elieser und die Chachomim streiten über die Frage, ob Waffen und Rüstungsgegenstände als Schmuck angesehen werden können, und man sie als Schmuckstücke am Sabbath im Reschus horabbim tragen dürfe oder nicht. R. Elieser bejaht die Frage; die Chachomim dagegen verneinen sie, weil Waffen u. dgl. Symbole der Unkultur seien. Zur Stütze ihrer Anschauung berufen sie sich auf Jesaja 2, 4, wo für die Tage des Moschiach der Völkerfrieden mit den Worten verheissen wird: ״. . . und sie werden umschmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Rebmessern und nicht wird tragen Stamm gegen Stamm das Schwert und sie werden nicht mehr lernen das Kriegshandwerk“. Wären, so schliessen die Chachomim, die Waffen ein Schmuck für den Mann, warum sollten sie dann in den Tagen des Moschiach verschwinden?! R. Elieser wiederum beruft sich auf Ps. 45, 4: ״Gürte um die Lende Dein Schwert, 0 Held, Deinen Schmuck und Deine Zier.“ Darauf fragt R. Kahana den Mar Sohn desR. Hnna: ״Diese Worte beziehen sich doch aber auf das Schwert der Thorah?“ Jener antwortet ihm mit unserem Lehrsatz אין מקרא יוצא מידי פשוטו. Und nun folgt der bereits oben angeführte und besprochene Ausruf des R. Kahana: ״Mit 18 Jahren hatte ich den ganzen Talmud gelernt und wusste doch nicht usw.“ Die Situation scheint auf den ersten Blick die zu sein, dass R. Elieser sich an den פשט hält, während die Chachomim dem Jahrbuch J. L. G. VIII. 23

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