Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 474)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/2781487
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356 כהנא כד הוינא בר תמני סרי שנין והוה גמירנא ליה לבוליה הש״ס ולא הוה ידענא דאין מקרא יוצא מידי פשוטו עד השתא מאי קמ״ל דליגמיר איניש והדר ״ .ליסברR. Kahana sagte: Im Alter von 18 Jahren hatte ich ganz שים gelernt und dennoch kannte ich den Grundsatz אמימ״פ nicht, bis jetzt. — ״Was will״, so fragt nun die Gemarah, ״R. Kahana uns damit sagen?“ Und sie antwortet: ״Dass der Schüler zuerst stofflich lernen und erst dann in die Methodologie des Lernens einzudringen versuchen solle“. Der Zusammenhang lässt darüber keinen Zweifel, dass der Grundsatz des אמימ״ם für R. Kahana, als er ihm hier zum ersten Male von seinem Lehrer entgegengehalten wurde, sachlich nichts neues brachte, sondern, dass er unbewusst schon bis dahin stets nach der Formel gehandelt hatte, die ihm also lediglich darum, weil sie eine in Worte gefasste methodologische Regel ausdrücklich aussprach, imponierte (vgl. Raschi z. St. דה והדר ליסבר). Nur so wird die Frage מאי קמ״ל verständlich; wenn nämlich R. Kahana die Regel jederzeit doch beherzigt hatte, dann muss die Emphase allerdings unverständlich erscheinen, mit der er seine bisherige Unkenntnis derselben betont. Dann befriedigt auch die Antwort der Gemarah, dass R. Kahana eine Pädotribe, die über diesen Fall hinausgeht, habe aufstellen wollen. Eine andere Erklärung versucht R. Hirsch Chajes in seinen (im Wilnaer שים abgedruckten) Chiduschim z. St. dahin, dass R. Kahana bis dahin die Anwendung des Satzes אמי״מפ nur für die Halachah, nicht aber auch für die poetischen Bücher und Stellen der Bibel gekannt und diese Erkenntnis also erst jetzt gewonnen habe. Aber, so geistvoll dieser Ausweg auch ist, so leidet er doch daran, dass עיקר מעשה הסר מן הספר, dass gerade von dem wesentlichsten Punkt, der Unterscheid düng zwischen Halachah und Melizah, in seinen Worten sich nicht einmal eine Andeutung findet. Im Uebrigen wird auf die Ausfiihrungen des R. Hirsch Chajes דל noch einmal zurückzukommen sein. Jedenfalls darf aus dieser Stelle der Beweis als erbracht angesehen werden, dass der Satz אין מקרא יוצא מידי פשוטו anderes und mehr besagt, als man gewöhnlich daraus zu entnehmen pflegt. Die Erkenntnis seiner Bedeutung wird daher nur in der Weise gewonnen werden können, dass die Stellen, an denen er in der Gemarah vorkommt und seine Regel Anwendung findet, in Einzel-