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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 472

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 472)
Language
German
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854 besserte. Unser Herausgeber berücksichtigt diese Variante nicht und gibt eine Erklärung des Satzes, die gar nichts besagt. Aber noch mehr: Auf S. 52 Z. 7 erlaubt sich der Herausgeber durch seine Exegese alle bereits verbesserten Texte wieder zu verwirren. In der Konstantinopeler Ausgabe lautet die Stelle: 4עד דאפטר רבי גמריהון דכלהו תלמידי כל חד תלמיד לפני רבד הרה ר ק א י דאתריץ מתניתין כל חד וחד תלמודו לפי משנתו היה. Alle anderen Texte lesen ו קמי statt וקאי; aber unser Herausgeber nimmt an, dass וקמי ein Schreibfehler und וקא resp. קאי richtig sei, und erklärt, dass jeder Schüler vor seinem Lehrer stand und die Lehren nach seiner Art beantwortet hat, eine Erklärung, die absolut unhaltbar und unbegründet ist. — Was seine richtigen Erläuterungen und Verbesserungen betrifft, so hat er sie zumeist Halevys ״Doroth harischonim“, ohne dessen Namen zu nennen, fast wörtlich entlehnt, mit der einzigen Abweichung, dass Halevy manchmal Grätz scharf zusetzt, während unser Herausgeber die Höflichkeitsformel ובמחילה מכבודו hinzufügt; man vergleiche S. 59 Anm. 21 mit Doroth harischonim III, S. 15. Auch in seinem Werke: תולדות תנאים ואמוראים ist dasselbe Verfahren zu beobachten. Nur dort, wo er Halevy widersprechen zu müssen glaubte, zitiert er ihn.- Die angeführten Beispiele sind unbedeutend im Verhältnis zu der grossen Zahl von Fehlern und Verschlimmerungen, die der Herausgeber verschuldet hat; allein sie genügen, um nachzuweisen, dass unser Herausgeber nicht die eigentliche editio Konstant, ediert hat, und um zu zeigen, wie bitterböse das Geschick eines Sendschreibens sein kann, wenn es in die Hände eines unberufenen Herausgebers gerät.

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