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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 465

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 465)
Language
German
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347 zurückzugewinnen. Da begann einer von den Räubern uns zu beschwatzen und viele Reden über uns zu machen. Die Sache kam vor die Herren des Landes und vor manche von den Richtern und man schickte nach uns1). Wahrlich in jener Zeit der Unruhen und Verwirrungen, während die Herrschaft und die Macht der Kalifen im Sinken begriffen war, kann es uns nicht wundern, dass Raub, Mord und derartige Vorfälle auch unter den ״Gewalttätern in Israel“ sich ereignen konnten, dass diese ihre Gewalt auch gegen R. Scherira und R. Hai zur Verleumdung bei dem Kalifen ausnützten, und dass dieser ihnen alle ihre Habe wegnahm und sie ohne Lebensmittel zuriickliess. Allein die Worte: ״und R. Scherira wurde an seiner Hand aufgehängt“ klingen sonderbar und sind sehr schwer verständlich. Auch diese Stelle wurde auf verschiedene Weise kommentiert. Man hat sie zum Teil wörtlich aufgefasst, aber es sind auch mancherlei Versuche gemacht worden, mögliche und unmögliche Dinge heraus- oder vielmehr hineinzulesen. Es dürfte genügen, die verschiedenen Auffassungen zu registrieren; für die meisten ist diese Wiedergabe schon eine ausreichende Widerlegung. ״Nach buchstäblicher Deutung erscheint es als eine Art von Tortur, wie sie in den östlichen Ländern von manchen grausamen Königen ausgeübt wurde. Da hängte man einen mit übers Kreuz gebundener Hand an einen Baum, wo man ihn so eine Zeitlang zwischen Himmel und Erde schweben liess. Vielleicht ist auch so die Stelle in den Klageliedern 5, 12 zu verstehen: ״Fürsten wurden an ihrer Hand gehängt“. Wir finden auch in der Geschichte Japans, dass dort noch bis heute ein solcher Brauch besteht, die zum Tode Verurteilten an einer Hand auf einen Baum am Ufer eines Flusses oder am Gipfel eines Berges so lange hängen zu lassen, bis ihre Kräfte sie verlassen und sie entweder in den Fluss fallen und ertrinken oder in das Tal hinunterstürzen und ein Haufen von Knochen aus ihnen wird 2)“. Allegorisch nimmt R. IsakLuria die Worte, indem er meint, dass der Vers im Klageliede ״Fürsten wurden an ihrer Hand x) Berliner-Festschrift, hebr. Abt. S. 110—12. 2) Levinsohn, Beth Jehuda, Warschau 1878, 11, S. 22 Anm. a.

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