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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 464

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 464)
Language
German
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346 bei der Kalifenherrschaft nicht beliebt, weil sie in ihrem Lehr״ hause viele Schüler aus anderen Ländern und Reichen vereinigten,, welche den Arabern feindlich gesinnt oder gar auf KriegsfusS’ mit ihnen waren, wie aus Persien, Nordafrika, Spanien und Byzanz. Der Gaon und sein Sohn hatten immer einen regen Briefwechsel und Responsen-Verkehr mit den Juden aus jenen Orten, sie bekamen auch von dort viele Spenden für die Hochschule zu Pumbadita. Es konnte also leicht zu einer Verleumdung politischer Natur Grund geben“. Diese Annahme kann in der Tat einleuchten, weil sie in der Geschichte jener Zeit begründet ist. Es ist aber auch kein Zweifel, dass jene Verleumder nicht im Interesse der Allgemeinheit ihre Untat verübten. Auch mögen es nicht die Karäer gewesen sein, die als Feinde der Rabbinen galten, denn für diese hat Ibn Daud die Bezeichnung ״Zaddukim“ und nicht ״Perize Israel“. Es waren vielmehr nur jene mächtigen Räuberbanden, gegen welche die Geonim ihre ganze Macht aufgeboten haben, um ihnen ihr schändliches Handwerk zu legen. Sie verleumdeten deshalb die Geonim bei der Regierung, um Urteile der Geonim, die diese kraft der Gesetze über sie verhängt batten, nichtig zu machen. In der Tat gab es in jener Zeit der Umwälzung auch unter den Juden solche Gewalttäter, welche, ohne auf Recht und Gesetz zu achten, ihre Gewalttaten ausübten. Derartiges ist auch in einer der Responsen des R. Hai zu lesen. Sie lautet*): ״Ihr fraget, ob man jene Gewaltmenschen in eurer Mitte, die, ohne auf Gesetz zu achten, Frevel verüben und gegen die man in der schwer bewegten Zeit nichts ausrichten kann,, mit Acht und Bann belegen dürfte? Ja “ Wir finden auch an anderer Stelle, dass gegen die ״Gewalt״ täter in Israel“ ein Gerichtshof von drei Gemeinden eingesetzt wurde, welcher die Aufgabe hatte, ״den Raub und die Erpressungen den Räubern zu entreissen, welche sie jahrelang verübten“. Dort wird erzählt: ״VorigeWocheist es uns gelungen, von den hartherzigen Räubern eine von ihnen occupierte Wohnung für eine Waise י) Müller, Responsen der Lehrer des Ostens und Westeos, No. 42 r הכי אמר רב האי גאון: וששאלתם אית גבן א ל י מ י ד ל א צייתין לבי ד י נ א וקעבדין עובדיך ב יש י ן וזמן קשה הוא ומלכות עזה וקשה היא ולא יבילנא למעבד בהו דינא מהו לגדוינהו [בש&תא] הכין חזינא דאית מן דיגא לשמתינון . . ". Vgl. auch שערי תשובה N0. 86.

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