Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 463)
- Language
- German
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845 :Schlussfolgerung: ״Die Tatsache, dass ein Gaon seinen Sohn als Ab-beth-din zur Seite hatte und ihm bei Lebzeiten das Gaonat und *die Nachfolge übergeben möchte, hat seit dem Bestehen der Lehrhäuser ihresgleichen nicht gehabt. Es darf uns daher nicht wundern, dass ein solches Vorgehen vielen vom Volke und von den Gelehrten (?) missfallen hat. Dies hat wirklich dem K. :Scherira viele Gegner und Feinde verursacht. Als er dann noch am Ende seiner Tage seinen Sohn R. Hai auf den Gaonatstuhl erhoben hatte, da war das Mass des Neides voll und es gereichte dem Vater und dem Sohne zum Verderben, denn da rafften sich ihre Feinde zur Verleumdung beim Kalifen auf‘. Alle diese Forscher suchten, wie es scheint, nach einer Begründung der Verleumdung, welche R. Scherira belasten und die Verleumder entlasten könnte. Aber in Wirklichkeit gibt es für alle diese Annahmen keinen Anhaltspunkt. Es ist bekannt, dass gewöhnlich zusammen mit den Anfragen an die Geonim auch grösstenteils die verschiedenen Spenden für die Lehrhäuser mitgeschickt wurden, wie es bereits zur Zeit der Talmudgelehrten üblich war. Es sind aber nie die Beantwortungen der Geonim mit Geld bezahlt worden und es unterliegt keinem Zweifel, dass R. Scherira ״sein Regiment“ nicht strenger handhabte, als die anderen Vorgänger im Gaonat. Auch die Ernennung seines Sohnes zum Gaon kann ihm nicht diese grosse Gegnerschaft eingetragen haben, weil doch R. Hai bereits zwanzig Jahre vorher neben seinem Vater das Amt eines Ab־beth־din bekleidet hat, ohne Neid bei den ״meisten vom Volke und den Gelehrten“ erregt zu haben 1)j wie hätte denn nun der Antritt des Gaonats zu der Zeit, da der Vater dem Sterben nahe war, gar Hass und Verfolgung hervorrufen können? Allein überzeugend mag die Annahme sein, welcher Harkavy Ausdruck gibt2). ״Wahrscheinlich waren R. Scherira und R. Hai ף Uebrigens widerspricht sich Weiss selbst, indem er auf S. 155 über R. Hai berichtet, die Gegner seien nur wenige gewesen und hätten mit ihren Plänen nicht hervorzutreten gewagt, da das Volk in :seiner Gesamtheit zu R• Scherira und R. Hai ״wie zu Engeln emporgeschaut* habe. 2) אוצר ישראל sub Hai.