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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 454

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 454)
Language
German
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386 euere Trägheit, weil ihr nicht die zwei Grössen der Zeit Sehe* maja und Abtalion ״bedient habt“ (Pesachim 66), Der Aus• Spruch: ״Die ״Bedienung der Thora“ ist wichtiger als deren Studium“ gilt für alle Zeiten. Das sieht man auch aus dem ganzen Verhalten B. Scheriras. An die Aeusserung seiner eigenen Meinung knüpft er stets die Mitteilung der Erfahrung, die ei״ durch den Umgang mit seinen Lehrern erlangt hat. Das ist eben sein Leitmotiv, auf welches er sich immer stützt. Wie recht ß. Scherira mit dieser Methode hatte und zu welchen praktischen Ergebnissen sie besonders zu seiner Zeit führte, geht aus folgendem hervor. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass trotz des Aufschwunges, den das Thorastudium zur Zeit E. Scheriras nahm, doch die Zahl der Unwissenden (עמי הארץ) gross gewesen ist. Diese Unwissenden waren ein Stachel im Auge der Thorajünger, welche mit Aufopferung an dem Studium hingen* Der Gegensatz zwischen ihnen wurde noch schärfer, als man erkannte, dass die עמי הארץ sich den Versuchungen und Bänken der Karäer zugänglich zeigten und vom überlieferten Judentum entfernten. Wenn auch diese Erscheinung naturgemäss war —־ denn woher sollten die עמי הארץ, denen der Talmud mit seinem reichen Inhalte und mit seinen überwältigenden Geistesprodukten unbekannt war, die Waffen nehmen, um gegen die Angriffe der listigen Karäer gewappnet zu sein —, so er* regte doch die Schwäche dieser עמי הארץ Erbitterung in den Herzen der thorabeflissenen Jünger. Sie wurde noch verstärkt durch die Erkenntnis, dass die Karärer es verstanden, die עמי הארץ durch philosophische Truggebilde, durch die sie sich den Schein der Frömmigkeit gaben, in ihre Netze zu ziehen und ihnen die Unwissenheit als eine Fügung der göttlichen Vorsehung darzustellen. So berichtet der arabische Schriftsteller Schahrastani1): ״Was aber die Behauptung des Kadar anbelangt, haben sie (die Juden) dieselben verschiedenen Ansichten darüber als die beiden Sekten des Islam. Die ßabbaniten von ihnen entsprechen den Mut&zila (Anhänger der freien Selbstbestimmung der Menschen) bei ans, und die Karäer den Muschabbira (Fatalisten)“. Dass die Karäer sich die Verteidigung der עמי הארץ mit der erwähnten *) Religionsparteien und Philosophenschulen, ed. Haarbrücker, Bd. I, S. 249. Vgl. auch Pinsker, 9 לקוטי קדמוניות a.

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