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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 441

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 441)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486281--3375-3489741
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328 da Israel in Babel ist, ist sie auch da, wie es heisst: O Zion, entrinne, dass du bei der Tochter Babel wohnest! Und der Talmud beweist es: Wo weilt die Schechina in Babylonien? Rab sagt: im Bethaus zu Huzal, Samuel meint: in dem zerstört gewesenen und wieder errichteten Bethause zu Nehardea. Diese Plätze sind die Stätte unseres Lehrhauses und dort empfangen wir die Hilfe der ״Schechina“, weshalb das Lehrhaus dort seinen Sitz hat*. Als Hauptmoment jedoch, das der Hochschule zu Pumbadita den unbestrittenen Vorrang vor den anderen Lehrhäusern einräumt, findet R. Scherira die Tatsache, dass in Babel schon seit der Zeit der Verbannung der Juden aus ihrem Lande die Thora in solcher Blüte stand, wie in keinem anderen Lande. Zusammen mit der ״Schechina“ kam sie nach Babel und die dort wohnenden Juden hatten die mündliche Ueberlieferung vollkommen inne und trugen sie öffentlich in jenen Lehrhäusern vor, deren Häupter blos Resch-Sidra und nicht Resch-Metibta genannt wurden. Denn Metibtoth nach Art des Sanhedrin gab es zur Zeit des zweiten Tempels bis zum Tode des R. Juda Nessia I nicht in Babel, sondern nur in Palästina am Orte des Nassi * 1). Doch von Rab ab, nach dem Tode von Rabbis Enkel R. Jehuda Nessia, bildeten sich auch in Babylonien Metibtoth nach der Art des Sanhedrin. So bemerkt R. Scherira in seinem berühmten Sendschreiben, das er an die Gelehrten von Kairowan richtet, folgendes: ״Als das jüdische Volk unter Jechonia ins Exil gehen musste, da zogen die Gelehrten und viele Propheten mit ihm und man brachte sie nach Nehardea. Dort baute Jechonia mit seinen Leuten ein Gotteshaus, dessen Fundament aus den Steinen und dem Staub bestand, die sie aus der Stätte des ,Heiligtums mitgebracht hatten, entsprechend den Worten: בי רצר עבדיך את אבדה. Dort weilte unter ihnen die göttliche Majestät, wie es in Megilla 29 heisst . . . Als dann Esra mit seinem Gefolge hinaufzog und das Heiligtum erbaut war, gab es dort zwei Synhedrialhäupter, jene Gelehrtenpaare, die zum grössten Teil aus Babel יושבת בת בבל הלא תל[מוד י:ביה]בם: בבל ד\בא שריא שכינה רב אמר בכגישתא דהוצל ושמואל אמר בבגישתא דשף ויתיב בנהרדעא ... [ואלה המקומו]ת הם מדרשינו ובה הביעת הישיבה לסיוע השכינה. Dass auch dieser Brief aus der Feder des R. Scherira geflossen ist, hat bereits Poznanski in seiner Abhandlung ״Schechter’s Saadyana“ S. 5 erkannt. 1J Vgl. Halevy, Dorot Harischonim II, 156.

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