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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 440

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 440)
Language
German
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322 Und tatsächlich war die Hochschule zu Pumbadita etwas ganz anderes als die sonstigen Lehrhäuser. Denn neben den zahlreichen Schülern waren in Pumbadita noch sieben Reihen, in welchen je zehn Gelehrte sassen, die die grössten ihrer Zeit waren und sich dort in den beiden Kalla-Monaten d. i. Adar und £11111 versammelten. Alle zusammen bildeten sie mit dem Haupt der Hochschule eine Art Sanhedrin von 71 Männern, die sich an der Lösung der Fragen und Zweifel beteiligten, welche stets an die Hochschule gerichtet wurden1). Und da die meisten Gelehrten die bis auf die Aeltestenj zurückdatierende, von Mann zu Mann sich fortpflanzende Ueberlielerung kannten, selbst die genauen talmudischen Lesarten, sowie die aramäische Sprache und den Stil des Talmuds beherrschten und die einzelnen Auslegungen ihnen geläufig waren, da sie ferner auch die Deutungen der Saboräer und der ersten Geonim kannten, wie wir es aus manchen noch erhaltenen Responsen ersehen, so waren sie, die baby- Ionischen Geonim, die würdigsten und geeignetsten Männer, welche, anstelle derAmoräer in grosser Versammlung und selbst in der alten Ordnung sitzend, die tatsächlichen Entscheidungen der Halacha treffen konnten. Aber nicht genug damit. Scherira will auch aus dem Grunde der Hochschule zu Pumbadita den Vorrang eingeräumt wissen, weil sie die Stätte ist, welche als Sitz der göttlichen Majestät anzusehen sei, die dorthin mit Israel ins Exil gegangen ist und den Gelehrten dort hilfreich zur Seite steht. Er gibt den Gemeinden dies zu bedenken und bemerkt 2): מ ..... Es gibt viele Dinge, die uns helfen, das Erbe der Väter, die Verdienste der Ahnen und selbst der Ort, denn die ״Schechina“, die nach Babel verbannt ward, steht uns zur Seite, wie es heisst: ״euretwegen bin ich nach Babylonien geschickt worden“, wozu die Weisen bemerken: ״wie teuer ist Israel, denn ,wohin es auch verbannt wurde, ging die Schechina mit ihm, jetzt dem Scherira zugeschrieben ist, denn die Worte ',״וראשה הוא במקום משה דבינו haben dazu Anlass gegeben (vgl. auch Müller מפתה?1תשובות הגאונים S. 182 Anm. 18). ג) Vgl. Halevy, Dorot Harischonim II, 166 und III, 156 Anm. 2. 2) 1• Q. R. XIV 493; Saadyana S. 123; ויש כמה דברים מכיעין: נחלת הודים הכוה אבות ואף המקום... שהשכינה שגלתה לבבל מסיעת שנאמד למענכם שלחתי בבלה ודרשו חכמים חביבין ישראל שכל מקום שגלו שבינה עמהם ועתה בבבל היא והיא במקום [זה] עמדה על כנה ככתיב הוי ציון המלט♦

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