Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 384)
- Language
- German
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266 amidä)1) in der Synagoge befand, habe ihn David Bravo gerufen und ihn ersucht, mit ihm zu Fisbeck zu gehen, um eine Partie Gerste, weiche dieser ihm lieferte und welche angeblich feucht und schlecht sein sollte, zu besichtigen. Als er, Ulhoa, mit Rücksicht auf den Sabbath, sich weigerte hinzugehen, habe genannter Bravo ihn gebeten, mit ihm nach dem Bombo (Baum 2} zu gehen. Sie seien hingegangen und sodann habe Bravo einen Kahnführer an Bord der Praimas (Prahme, Kähne) geschickt, um ihm eine Probe von der Gerste zu holen und gleichzeitig den Anschreiber an Land;kommen zu lassen. Als der Kahnführer zurückkam, besichtigten sie die Gerste und fanden sie gut, worauf Bravo dem Anschreiber empfahl, auf dieselbe acht zu geben, er würde ihn dafür belohnen. Auf der Rückkehr vom ״Baum״ seien sie hinter der Mauer entlang gegangen und zur Zeit des Vorlesens aus dem Sepher in die Synagoge zurückgekehrt. Ferner sagte Ulhoa, da in dem vorliegenden Falle sich Beweise durch Zeugen nicht beibringen lassen, schiebe er dem Bravo den Eid zu, und wenn letzterer diese Darstellung eidlich in Abrede stellt, wolle er sich jeder durch den Vorstand zu verhängenden Strafe unterwerfen. Sollte jener nicht schwören wollen, so werde er, Ulhoa, einen feierlichen Eid leisten und dio Sache alsdann dem Ermessen des Vorstandes anheimgeben. Hierauf wurde David Bravo vorgeladen, welchem man obige Darstellung vorlas. Er antwortete, es sei alles erfunden und unwahr. Von dem oben geschilderten Vorfall habe sich nichts zugetragen. Er bat um Abschrift zur Beantwortung r solche wurde ihm sofort erteilt. Am 3. Nissan. David Bravo reichte seine Entgegnung bezüglich der Dar- Stellung von Jacob Ulboa ein; diese wurde ihm wegen Form״ Widrigkeit zurückgesandt. Die Entscheidung wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. 1J עמידה lautet die übliche Bezeichnung für das עשרה n:m-Gebet, wie einige behaupten, unter Anlehnung an Genesis 19, 27. 4) Der ״Baum* war eine Vorrichtung zur Absperrung des Hafens und nach ihm trägt noch heute eine Strasse am früheren Hafen den Namen. ״Baumwall*.