Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 377)
- Language
- German
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259 strengste vorgescbrjeben, unter allen Verpflichtungen, Schwuren und Berachott^S trafen unseres heiligen Gesetzes, welche jeder auf sich genommen hat, über sich ergeben za lassen, wenn er irgend welchen Betrag, so unbedeutend dieser auch sein mag, wissentlich hinterzieht oder irgend etwas hiervon zu einem frommen Zwecke (obra pia) verwendet; denn, falls er es hiervon nimmt, gilt es als eine dem Heiligtum entzogene Abgabe (direito roubado ä santidade). Alles dieses soll jedem ins Gedächtnis gerufen und jeder also ermahnt werden, bevor er seine Abgabe in die Kasse legt, damit er nicht etwa glaubt, dass er sich in irgend welcher Weise von Schuld freisprechen kann, falls er diesem zawiderhandelt. Am 3. Adar. Die Witwe Sarä Abrabanel klagt dem Vorstande über ihre elenden Verhältnisse. Sie beteuert, dass sie nicht mehr zu leben haben würde, falls sie das Briefbestellgeschäft, aus welchem ihr einige Hilfe erwuchs, nicht wahrnehmen darf. Sie bittet dringend, man möge ihr doch dieses Gewerbe nicht nehmen. Ihr wurde entsprechend dem gestrigen Beschlüsse geantwortet, der Vorstand könne aus triftigen Gründen sich nicht entschlossen, ihr dieses Geschäft zu belassen. Sie bat dann nochmals, ihr ihre Tätigkeit nicht zu nehmen, da diese den Unterhalt ihrer Familie bilde. Sie verpflichte sich, alle 14 Tage eine Quittung der Postmeister beizubringen, und, wenn sie dies nicht innehält, werde sie ihre Absetzung als gerechtfertigt gelten lassen. Man gab ihr dann zur Antwort, sie solle für die in Zukunft schuldig werdenden Portogelder Bürgen stellen; man werde dann die Sache noch einmal erörtern und das beschliessen, was angemessen ist. Abraham Is. Bravo trägt vor, er habe im vorigen Jahre mit Paulo Paulsen ein gewisses Gerste-Kaufgeschäft durch Vermittlung des Maklers Ulhoa abgeschlossen. Nun habe ihm genannter Paulsen das ihm verkaufte Quantum Gerste nicht ganz liefern können, weshalb mit Ulhoa ein Abkommen in der Weise getroffen wurde, dass dieser ihn im Namen des Paulo Paulsen und zwar im Beisein des Ab. Benveniste anwies, die fehlende Gerste anderweitig zu kaufen; ein etwa hieraus entstehender Schaden solle ihm ersetzt werden, worauf Ulhoa sein Wort gab