Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 371)
- Language
- German
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253 ׳würde. Man beschloss, dieserhalb Schritte zu tun und ein zu diesem Zweck geräumiges und geeignetes Haus zu suchen. Sache des Vorstandes würde es dann sein, das Weitere zu veranlassen. Gott möge unsere Handlungen so lenken, dass wir in Seinem Dienste und zu unserem Wohle das Richtige treffen! 10. T e b et. Man liess unsere Schlachter vorladen und machte ihnen Vorhalte wegen einiger Nachlässigkeiten, welche zur Kenntnis des Vorstandes gelangt waren. Es heisst nämlich, dass sie die in dem Schlachthause aufgebängten Fleischviertel begiessen (molhäo); dass sie bei den Hämmein keinen Wächter haben; dass sie Fleisch durch nichtjüdische Dienstboten (mossas farmengas) נ) verabfolgen; dass sie das Fleisch rituell behandeln, nachdem es abgewogen worden; dass sie einiges Fleisch entgegennehmen, ohne auf die Marke zu achten; dass sie von den Tudescos Fleisch sowie geräucherte Zungen kaufen und an unsere Gemeinde verkaufen, welche Handlungen sämtlich gegen ihre Pflicht und die ihnen gemachten Vorschriften verstossen. Auf diese Vorhalte brachten sie Entschuldigungen vor, indem sie einzelnes in Abrede stellten, anderes dagegen einräumten. Schliesslich wurde die Sache den Herren Chachamim überwiesen, welche ersucht werden, alles eingehend zu prüfen und nach ihrem Ermessen Abhulfe zu :schaffen. Haim Sarucco ersucht um Auszahlung von Mk. 12, welche man laut Abrede vom 12. Adar 5417 seinem Sohne für das Einkassieren der Schächtabgabe von den Schlachtern bewilligt hatte. Es wurden ihm nur Mk. 6 angewiesen, weil jene Einrichtung nur bis zum 3. Tamus jenen Jahres beibehalten worden. 17. Tebet. Herr Isaq Senior Teix^i (Teixeira) war von dem Vorstände ersucht worden, das Incasso von aus Venedig hierher ף Farmengo oder Framengo sind veraltete Formen von Flamengo d. h. Vläme. Man scheint damals das ganze niederdeutsche Sprachgebiet als *Flandern“ betrachtet zu haben. Noch bis in die Jüngste Zeit war es bei den Sepharadim in Hamburg und Altona üblich, einen Nichtjuden als * *Framengo* .zu bezeichnen.