Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 343)
- Language
- German
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225 zu haben, dass ursprünglich das Land unter zwölf Stämme hätte verteilt werden sollen. Sollte deshalb, weil die zweieinhalb Stämme J) das Ostjordanland vorzogen, die Thora auf irgend einen Teil Erez Jisroels Verzicht geleistet haben?! Was für neuneinhalb Stämme vielleicht zu viel war, wäre doch für zwölf sicherlich nicht zuviel gewesen. b) Es wäre meint Schwarz, eine ungerechte Verteilung, wenn auf den Stamm Ascher ein so ausgedehntes (?) und umfangreiches Gebiet entfallen wäre (S. 18). — Dass man diesen Einwand erheben könnte, entging Estori nicht; er hat ihn aber gleich von vornherein illusorisch gemacht; denn er weist (S. 49a) haarklein nach, dass das Gebiet des Ascher nur gerade so gross an Umfang war, wie däs Stammgebiet Jehudas. c) Schwarz findet, dass die Pesikta rabb. (23) Lädikije, gegen vier St. südl. vom Djebel el cAkrä, zu Surije zählt und nicht zu Erez Jisroel (S. 19).-Auch diesem Ein wände begegnete schon Estori. Es ist mir daher unerklärlich, wie Schwarz sich diese dem heutigen Sadad östl. von Ribla, einen grossen Teil des Libanon von der Nordgrenze umschlossen sein lassen. Man kommt auf diese Weise viel zu weit nach Norden, was sich besonders dadurch zeigt, dass der Sprung von der Nordostgrenze bis zum See Gennezareth an der Ostgrenze unter dieser Voraussetzung gar zu unvermittelt wird“. Unvermittelt ist die Grenze durchaus nicht. Uebrigens war לבא המת weder Nordostgrenze, noch der See Gennezareth Ostgrenze. Der Norden reichte vielmehr bis an Chazar Enan heran, die Grenze ging also an Lebo Chamat vorbei, wie denn auch die Südgrenze einen ähnlichen Bogen beschrieben hatte; während die Ostgrenze an Chazar Enan lag, wenn es auch allerdings wahr ist, dass ״Lebo Chamat“ im Nordosten gelegen hatte. Num. a. a. O. wie Ez. a. a. O. lassen letzteres, wie sich uns oben gezeigt, von der Nordseite umschlossen sein. — Weiter sagt Buhl: ״Auch nötigt uns der Ausdruck . . . ״lebo Chamat“ keineswegs an die nächste Nähe von Chamat zu denken“. Jedenfalls aber lag, wie wir oben gesehen, Chamat selbst innerhalb der Grenze des Gebietes! *) Buhl sieht die Grenzangaben als ״ideale Schilderungen“ an, die nur die Ansprüche des Volkes ausdrücken wollen“ (65). Demnach wüsste ich wahrlich nicht, welches Verbrechen die Söhne Reuben, Gad und Halbmenasche begingen, indem sie ihr Ideal in Baschan erblickten! Dass aber Moses das Verlangen ungebührlich fand und es darum mit scharfer Zurechtweisung geisselte (Num. 32), zeigt uns doch, dass es sich hier nicht darum handelte, was das Volk wollte, sondern lediglich darauf ankam es, was das Volk sollte. Das Ost jordanland findet man auch aus dem Zukunftsbilde, das der Prophet Ezechiel sah, ausgeschaltet.